Windischeschenbach: Fischsterben im Stadtbach von Baufirma verursacht?
Forelle grau

Beim Bau eines Durchlaufs an einer Brücke an der Gleißenthaler Straße bei Windischeschenbach soll die Baufirma geschludert und somit ein Fischsterben ausgelöst haben. Betonschlämme seien in den Stadtbach gelangt und hätten einen wertvollen Forellenbestand dezimiert. Bild: privat

Die Forellen im Stadtbach umgibt kein Mythos wie den Zoigl oder den KTB-Bohrturm. Dennoch sind sie ein heimliches Windischeschenbacher Wahrzeichen. Seit zwei Wochen sind die meisten dieser Fische tot. Nun hat das Wahrzeichen bei der Staatsanwaltschaft ein Aktenzeichen.

Entsorgungsunternehmer Josef Kraus hat das knapp zwei Kilometer lange Stück des Stadtbachs von der Dornmühlstraße bis zum Anger vor etwa 20 Jahren gepachtet und damals junge Bachforellen eingesetzt. "Ganz selten habe ich mit meinem Enkel ein paar rausgefischt, aber ansonsten hatten die da drin das Paradies", sagt Kraus. Ohne natürliche Feinde vermehrten sich die Tiere prächtig. "Auf jedem Meter stand eine", erinnert sich Kraus. Zoigl-Gäste der "Wolframstub'n" oder Kirchgänger hatten regelmäßig ihren Spaß daran, die stattlichen Fische zu beobachten, die im Gegensatz zu Artgenossen in anderen Gewässern überhaupt keine Scheu zeigten.

"Gegen jede Regel"

Ab dem 24. November seien die Forellen eingegangen. Schuld soll die Baustelle in der Gleißenthaler Straße sein. Die ist eine Kreisstraße, die seit 2012 ausgebaut und verbreitert wird. Kraus und sein Anwalt Clemens Sammet haben als Verursacher eine Baufirma aus Pegnitz und einen Subunternehmer aus Schrobenhausen ausgemacht. Sie werfen ihnen vor, Fundamente gebohrt, ohne ein Absetzbecken vorgeschaltet oder eine Tauchpumpe verwendet zu haben. Dadurch sei Betonschlamm in den Bachlauf eingedrungen und die Forellen seien verendet. "Das war qualvoll, man hat gesehen, wie die Kiemen voller Betonreste waren", schimpft Kraus. Er beziffert den Schaden auf mehrere Tausend Euro. Der Verursacher habe "gegen jegliche Regeln der Fundamentbohrung verstoßen" und soll zahlen.

Warten auf Gutachten

Die Pegnitzer Firma, die die Baustelle hauptsächlich betreut, will davon nichts wissen. Sie verweist auf ihre Partner in Schrobenhausen. Auch die können die Aufregung nicht ganz verstehen. "Wir haben nicht unmittelbar am Bach mit Beton gearbeitet. Es kann lediglich passieren, dass bei Regen mal Bohrgut wie Sand oder so etwas eingeschwemmt wird, aber doch kein Beton", sagt der Betriebsleiter. "Wir haben den Wasserrechtsbescheid befolgt." Wenn es doch anders wäre, verweisen die Schrobenhausener auf die Haftpflicht. Vorerst ist aber das Wasserwirtschaftsamt Weiden am Zug. Es erstellt ein Gutachten, wie es zu dem Fischsterben gekommen ist, hat aber noch kein endgültiges Ergebnis.

Kraus ficht das nicht an. Er fährt die ganz schweren Geschütze auf und spricht über seinen Anwalt von einem "besonders schweren Fall einer Umweltstraftat". "Wer so etwas macht, ist noch zu ganz anderen Sachen fähig."
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