Wirtschaftsjunioren bei Volante
Auf großer Reise

Die Wirtschaftsjunioren besuchten die Windischeschenbacher Volante GmbH. Michael Sperber (Zweiter von rechts), Wirtschaftsjunioren-Mitglied und Mitgeschäftsführer der Volante hatte die Idee. Bild: hfz

So viel High-Tech erwarteten die Wirtschaftsjunioren kaum hinter den vermeintlich schlichten Produkten von Volante Verkleidungssysteme GmbH. Umso mehr blieb der Besuch im internationalen Betrieb in Erinnerung.

(szl) Michael Sperber, Volante-Mitgeschäftsführer und Wirtschaftsjunioren-Mitglied. Er hatte den Ausflug in das Unternehmen angeregt. Tische, Schränke oder Trennwände, die Volante herstellt, gehen auf große Fahrt - und das nicht nur einmal. Denn der Traditionsbetrieb stattet Europas Züge aus. Was 70 Mitarbeiter in der Oberpfalz austüfteln, fährt durch 9 Länder Europas, wie Spanien oder England.

Auf den Zug gekommen


Gründer und Geschäftsführer Erich Sperber machte sich bereits 1986 mit einem klassischen Objekteinrichtungsbetrieb selbstständig. Erstmals mit Zügen kam das Unternehmen 1996 über das ehemalige Weidener DB-Fahrzeugwerk PFA in Berührung. Sperber schloss sich mit einem niederländischen Partner zusammen. Insgesamt arbeiteten 12 Mitarbeiter in Deutschland und 40 in Holland und England. "Mit dieser Größe konnten wir dann bei Siemens anklopfen", erinnert sich Sperber. Nach der Insolvenzphase wurde Siemens auf die Oberpfälzer aufmerksam und ist bis heute wichtigster Kunde.

"Nicht immer geht es so, wie der Kunde es sich vorstellt. Aber wir haben immer eine Lösung, die funktioniert", erklärt Sperber. Momentan staubt es in der Werkstatt gewaltig: Die Holländische Bahn hat 8 000 Klapptische bestellt. Diese sind aus Kunststein, einem eher untypischen Material für den Innenausbau von Zügen.

Tüfteln bis zur Serie


Ob Gepäckregal, Einbauschrank oder Verkleidung: Für die meisten Produkte gilt, dass der Serie ein langer Konstruktionsprozess vorausgeht. Was simpel klingt, ist nicht immer einfach. Kunden haben besondere Anforderungen an Mobiliar und Verkleidung. Wirtschaftlich und stabil soll es sein. Hinzu kommt das Design. Im neuen ICE 4 sind viele der 20 verschiedenen Schränke und Verkleidungen mit Rundungen versehen. Dafür sind Kreativität und Sachverstand gefragt.

Getestete Qualität


"Lösungen von der Stange interessieren mich nicht", meint Sperber. Das gilt auch für den eigenen Betrieb. Aufgrund steigender Auftragszahlen und wachsender Belegschaft musste 2010 ein neues Gebäude her. Sperber ließ seine Mitarbeiter ihre künftige Werkstatt selbst planen. Von theoretischen Berechnungen hält Sperber nicht viel. Im Testlabor testet der Geschäftsführer selbst, welche klimatischen Bedingungen ein neuer Kleber aushält. Strenge Qualitätsvorgaben fordern die Auftraggeber ebenso wie der Firmengründer. Zum Beispiel müssen Zugtische 90 Kilogramm aushalten, ehe sie aus dem Leim gehen. Trennwände dürfen erst bei 700 Grad brennen, ungeachtet, wie real die Bedingungen sind.

Holz, das nicht brennt, Klebungen, die sich nicht lösen, Papier, das Wagenteile abtrennt: Eine Menge von dem, was im Zug nach Kunststoff aussieht, ist aus anderem Material, nahmen die Junioren staunend zur Kenntnis.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.