Auch Innenstädte haben Zukunft
Volksbank-Kommunalforum behandelt Digitalisierung

Wirtschaft
Windischeschenbach
16.04.2016
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Wie Gemeinden und der örtliche Einzelhandel die Digitalisierung meistern können, diskutierte das Kommunalforum der Volks- und Raiffeisenbanken. Die gute Nachricht: Experten geben Innenstädten weiterhin Zukunftschancen.

Bürgermeister, Amtsleiter, Kämmerer, Wirtschaftsförderer und Gewerbevertreter holten sich bei der Veranstaltung im Geo-Zentrum an der KTB Tipps, wie sie die Weichen für die digitale Ära richtig stellen. Roland Wölfel, Geschäftsführer der Cima Beratungs- und Management GmbH. berichtete vom Modellprojekt "digitale Einkaufsstadt" des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Dabei widerlegte er einige oft zu hörenden Erwartungen für den kommunalen Einzelhandel. "Man muss Branche für Branche gesondert betrachten", betonte Wölfel. "Es gibt keinen generellen Trend zu immer mehr E-Commerce." Bei Amazon gebe es schon Sättigungstendenzen.

Nach wie vor versorgten sich die Menschen nicht online. Der für 2025 prognostizierte E-Commerce-Anteil von 20 Prozent am gesamten Einzelhandel schließe dies nicht aus. Die reinen Online-Geschäfte würden irgendwann auch wieder verschwinden. Die Zukunft liege im "Multi-Channel" und zwar "sozial, lokal und mobil".

Beratungsklau halb so wild


Doch das, was die Kunden wollten, sei dennoch für Einzelhändler und Kommunen eine erhebliche Aufgabe. Zum Beispiel sage knapp ein Drittel der Befragten: "Ich würde gerne regional einkaufen, wenn ich das vorher auch online finde." Mehr als die Hälfte informiert sich online um anschließend "offline" einzukaufen. 40 Prozent des Einzelhandelsumsatzes werden online vorbereitet.

"Offline bestellen und online abholen", könne ebenfalls eine Alternative sein. Als "Lüge" bezeichnete Wölfel das Argument "Beratungsklau", denn nur knapp 11 Prozent des Umsatzes entfalle auf Online-Bestellungen nach vorheriger Beratung im stationären Einzelhandel.

Den Kommunen empfahl Wölfel "Online-Stadtportale", mit denen alle Angebote gebündelt werden können. Kleine Gemeinden sollten sich regional verbünden. Bei Einzelhändlern komme es nicht auf die maximale Fläche, sondern das maximale Sortiment an.

Für den Kunden sollte offenes Wlan in den Verkaufsräumen zur Verfügung stehen. "Innenstädte werden nicht zugrunde gehen", prognostizierte Wölfel, aber sie müssten eher auf Freizeit, Stadtbummel und weniger auf die tägliche Versorgung ausgerichtet sein.

Elektronische Rechnungen


Ein weiterer Vortrag behandelte "elektronische Rechnungslegung für Kommunalverwaltungen". Raoul Koch von der Frankfurter Crossinx GmbH verwies auf eine EU-Vorschrift, die öffentliche Arbeitgeber und Vergabestellen ab 2018 zu elektronischen Rechnungen verpflichtet. "Papierrechnungen sind teuer und aufwendig" erklärte er und bot kostenlose Hilfestellung via "VR-Rechnungsservice" an.

In einem weiteren Vortrag sprach Robert Weustink von der Allianz über Versicherungen der Kommunen. Er regte an über Elementarschäden durch Starkregen nachzudenken.
Weitere Beiträge zu den Themen: E-Commerce (8)Beratungsklau (1)Kommunalforum (1)
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