Netzbetreiber Tennet stellt Untersuchungsergebnisse vor - Raumordnungsverfahren im Herbst
Drei Varianten mit Vor- und Nachteilen

Wirtschaft
Windischeschenbach
27.06.2015
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Der Bürgerbeteiligungsprozess zum Ersatzneubau der Stromleitung von Redwitz nach Schwandorf, der sogenannte Ostbayernring, ist abgeschlossen. Das Trassenuntersuchungsteam (TUT) hat drei Hauptvarianten erarbeitet, mit denen Netzbetreiber Tennet ins Raumordnungsverfahren geht.

In der Abschlussveranstaltung am Donnerstag in der Mehrzweckhalle stellte Tennet die Untersuchungsergebnisse für Windischeschenbach, Püllersreuth, Pfaffenreuth, Seidlersreuth sowie die Anschlüsse auf Kirchendemenreuther Gebiet vor. Andreas Herath vom Netzbetreiber ging auf die Spektulationen über die Gleichstromtrasse Süd-Ost ein. Sollte diese auf bestehenden Routen auch auf dem Ostbayernring geführt werden, sei das alles, "was wir ein dreiviertel Jahr gemacht haben, Magulatur". Dann ginge es von vorne los. Tennt plant aber weiter.

Gute Bürgervorschläge

Tennet wolle keine eigenen Varianten einreichen, sagte Mathis Danelzik vom Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI). "Die Bürgervorschläge enthalten alle Optionen." Frank Bernshausen vom Planungsbüro stellte die Trassen vor. Aus zwölf Vorschlägen haben sich die drei Hauptvarianten (H1, H2, H3) herauskristallisiert. Alle drei beginnen bei Schönhaid. H1 und H2 seien neue Leitungen an der Autobahn entlang. Während H1 westlich an Windischeschenbach vorbei führt und im Süden wieder auf die ursprüngliche Trasse kommt, läuft H2 entlang der Autobahn weiter und führt südlich von Windischeschenbach wieder nach Westen zur alten Trasse. Die längeren Strecken wäre H2b und H3b Richtung Altenstadt/WN. H3 würde bis Windischeschenbach neben der ursprünglichen Trasse laufen, trifft dann auf die A 93, geht an dieser östlich an Windischeschenbach vorbei und stößt südlich wieder auf die Ursprungstrasse. Alternativen seien H2b und H3b Richtung Altenstadt. Das Umspannwerk bleibt bestehen und muss über eine der Varianten angeschlossen werden.

Neu, aber kurz

H1 entwickelten die Bürger des TUT. Es ist die kürzeste Variante, aber auch die längste Neutrassierung. H2 zeigt eine Bündelung mit der Autobahn, ist aber die längste Trasse. Bei H3 ist die lange Parallelführung an der bestehenden Trasse positiv. Nachteil: Sie käme sehr nahe an Falkenberg und Neuhaus heran.

Eine halbe Stunde lang konnten sich Interessierte mit Fachleuten unterhalten. Dabei fand die Variante H1 die meisten Befürworter. Bei H2 sahen die Bürger drei Nachteile. Einmal die Nähe zum Kinderheim, dann eine Abwertung der Neubaugebiete und eine stärkere Belastung für Windischeschenbach. Bei H3 wurde vorgebracht, dass nördlich von Windischeschenbach viel Wald abgeholzt werden müsste. Im Süden ginge es beim langen Anschluss durch das Sauerbachtal.

Im Herbst einreichen

Bürgermeister Kalrhheinz Budnik befürwortet H3 mit dem südlichen Anschluss H3b nach Altenstadt. Besagter Wald nördlich gehöre dem Staat. "Der kann auch ein Opfer bringen." Anders äußert sich Manuela Kreis. Die Pfaffenreutherin war im Untersuchungsteam. "Das Engagement hat sich gelohnt", sagte Kreis. Sie findet die Westtrasse H1 als die beste Lösung. Sie sei am kürzesten, verlaufe nördlich der Autobahn weit an der Stadt vorbei und komme schnell wieder auf die Bestandstrasse. Die Unterlagen werden im Herbst zur Raumordnung eingereicht. Die Bürger haben in der vierwöchigen Auslegung nochmals die Möglichkeit, Stellungnahmen einzureichen.
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