Neubau der Stromtrasse Ostbayernring
Bürgertrasse das große Ziel

Martin Kraus (Dritter von links) von der Unteren Naturschutzbehörde gehört dem Trassenuntersuchungsteam (TUT) an. Beteiligt sind auch Carolin Müller von der Bundesnetzagentur und der Windischeschenbacher Bürgermeister Karlheinz Budnik (Vierter von links). Bild: fz
Wirtschaft
Windischeschenbach
25.10.2014
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Alle von den Bürgern erarbeiteten Varianten beim Neubau der Stromtrasse "Ostbayernring" fließen in das Raumordnungsverfahren ein. Ein Versprechen von Netzbetreiber Tennet.

Der Ersatzneubau auf der alten Trasse des "Ostbayernrings" von Redwitz in Oberfranken nach Schwandorf stößt auf seinen 185 Kilometern auf einige Problemzonen. Eine davon ist der Bereich Windischeschenbach sowie die Orte Püllersreuth (Gemeinde Kirchendemenreuth), Pfaffenreuth (Püchersreuth) und Seidlersreuth (Falkenberg), weil hier der Trassenneubau sehr nahe an die Wohnbebauung heranrückt. Der Ostbayernring dient zur Einspeisung der regenerativen Energien.Anders wie bei der vieldiskutierten Gleichstromtrasse von "Amprion" geht beim "Ostbayernring" Netzbetreiber Tennet vor der Planung auf die Bürger zu und bindet sie ins Verfahren mit ein. Bereits vor vier Wochen hatte es eine Informationsversammlung gegeben. Am Mittwoch folgte der Startschuss der Bürgerbeteiligung in der Mehrzweckhalle.

Gemeinsam Weg finden

Moderator ist das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI). Deren Ziel ist, die Menschen bei der Diskussion über den Verlauf der neuen Stromleitung frühzeitig, also noch vor den formellen Beteiligungsmöglichkeiten, die das Raumordnungsverfahren (ROV) bietet, einzubinden und gemeinsam Trassenkorridore zu entwickeln, durch die möglichst wenig Menschen und Natur beeinträchtigt werden.

Zur Auftaktversammlung waren Bürger, die Firma Tennet, die Bundesnetzagentur, die Regierung der Oberpfalz, die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, die Stadt Windischeschenbach, relevante Behörden sowie Vereine und Verbände geladen. Vor etwa 200 Personen bezeichnete Bürgermeister Karlheinz Budnik diese freiwillige Bürgerbeteiligung als etwas Einzigartiges. Den Menschen in der Region werde die Gelegenheit gegeben, aktiv mitzureden. Mathis Danelzik und Nonno Breuss von der KWI als Moderatoren des Bürgerbeteiligungsprozesses machten deutlich, dass der erste Abend nicht dazu diene, eine neue Stromtrasse zu finden. Er sei dafür da, zu erläutern wie der Prozess verläuft.

Carolin Müller von der Bundesnetzagentur erklärte den Unterschied zwischen der Gleichstrompassage der Firma Amprion, die dazu diene Strom aus dem Norden in den Süden zu bringen, und dem Ostbayernring, der für die Erhöhung der innerbayerischen Kapazitäten notwendig sei.

Aktueller Planungsstand

Tennet-Projektleiter Andreas Herath ging auf den aktuellen Planungsstand ein. 2013 habe es eine Trassenvoruntersuchung gegeben, 2014 und 2015 läuft die Bürgerbeteiligung mit der Trassenfindung. Diese oder mehrere gehen dann ins Raumordnungsverfahren ein. Baubeginn soll 2018 sein, der erste Strom fließt 2020. Herath versicherte, dass sein Unternehmen die präferierten Trassenvorschläge der Bürgerbeteiligung im Raumordnungsverfahren zur Prüfung voregt. "Wir werden keine Trasse eigenmächtig verwerfen", versprach Herath.

Große Chance für Windischeschenbach

Axel Koch von der Regierung der Oberpfalz bestätigte, dass im Raumordnungsverfahren alles geprüft werde, was die Tennet vorlege. Eine sogenannte Bürgertrasse könne durchaus verwirklicht werden. Dies sei eine große Chance für Windischeschenbach und den Raum. Insgesamt drei Bürgerbeteiligungsabende werde es geben und drei Workshops dazwischen.

Der Auftakt dient dazu über den Prozess zu informieren, Fragen zum Ablauf zu beantworten und auch herauszufinden, was dem Bürger wichtig sei. Dazu wurden sehr detaillierte Fragebögen verteilt.

Arbeit in Workshops

Das Trassenuntersuchungsteam (TUT) macht die Detailarbeit in den Workshops. Es wird in der zweiten Bürgerbeteiligungsversammlung am 10. Dezember bereits vorlegen, welche Trassenvarianten nach welchen Kriterien untersucht werden. Die Abschlussveranstaltung ist dann im März 2015. Hier werden die Untersuchungsergebnisse in Form von Trassen vorgestellt.
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