Von der grünen Wiese zum Industriegebiet
Gewerbepark boomt

Das Gebäude von Charly Witt steht noch allein auf weiter Flur. Bereits im Jahr 2000 genehmigte die Stadt den Bauantrag des Metzgermeisters. Im Sommer 2001 gingen Metzgerei und Produktion in Betrieb.
Wirtschaft
Windischeschenbach
30.08.2016
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16 Jahre später hat Charly Witt (Gebäude schwarz umrandet) etliche Nachbarn bekommen. Viele Unternehmen siedelten sich im Gewerbepark an. Luftbilder: Ascherl (2)

Charly Witt wagt sich als erster auf die grüne Wiese. Im Jahr 2000 erteilt die Stadt dem Jungunternehmer die Genehmigung, östlich der A 93 einen Metzgereibetrieb zu bauen. 16 Jahre später reiht sich fast eine Firma an die andere - Tendenz steigend.

2002, als die Wähler dem damals 24-jährigen Andreas Meier das Vertrauen schenkten und ihn zum Bürgermeister erkoren, stand die Metzgerei Witt immer noch alleine auf weiter Flur. Der Zusammenbruch der Porzellanindustrie hielt zu dieser Zeit die Stadt in Atem. "Ich kann mich noch gut an die beiden letzten Betriebsversammlungen der Concorde erinnern", blickt Landrat Meier heute zurück. Auf dem Papier hatte Windischeschenbach zwar ein ausgewiesenes Industriegebiet östlich der Autobahn. "Nur die Grundstücke gehörten uns nicht, und wir taten uns deshalb sehr schwer, sie zu vermarkten." Aus der Insolvenzmasse der Concorde kann die Kommune die Flächen, auf denen heute das Casino "Ibiza" und die Firma Kreutzer stehen, günstig erwerben.

Der junge Bürgermeister will mehr und setzt deshalb alles daran, die Grundstücke unterhalb des Scheibenwegs ebenfalls zu kaufen. Dazu waren viele Gespräche notwendig. Ein mühsames Unterfangen, denn viele der Flächen werden landwirtschaftlich genutzt oder waren verpachtet. "Vier bis fünf Jahre habe ich immer wieder nachgebohrt und nachgehakt", erinnert sich Meier.

Dass sich die Hartnäckigkeit ausgezahlt hat, zeigt sich Jahre später. Auf dem Areal finden sich mittlerweile nur noch wenige Lücken. Vor einigen Wochen setzte die Firma Microsyst den Spatenstich für ein neues Produktions- und Bürogebäude, kurz darauf folgte die Firma Aumer (wir berichteten).

Seit 2004


Bürgermeister Karlheinz Budnik blättert in den alten Unterlagen und liest nach, wann die Stadt den bauwilligen Firmen die Genehmigungen erteilt hatte. Seit 2004 leistet die Firma Treppl, ein kunststoffverarbeitender Betrieb, der Großmetzgerei Gesellschaft. 2006 folgt das Casino Ibiza, 2007 die Firma Kreutzer, 2009 der Autohof Bergler mit Tankstelle.

Auch in den folgenden Jahren tut sich einiges: 2011 baute Stefan Windschiegl eine Halle (die heutige Atemschutzübungsanlage), die Metallbaufirma Christian Windschiegl und die Firma Noba (vermietet an die Firma Druckeberger) folgten 2012. Die Lagerhalle von Udo Hildebrand und das Gebäude von Kaminkehrermeister Weig kommen 2014 hinzu. 2015 bekommen Auto Haberl, Floor Finish Industrieböden und die Spedition Albrecht die Baugenehmigung.

Mittlerweile hat die Stadt noch einmal 29 000 Quadratmeter dazugekauft. Weitere Interessenten haben bereits Kontakt aufgenommen. "Seit 2015 haben sich sechs neue Betriebe angesiedelt", freut sich Bürgermeister Budnik.

Höchster Fördersatz


Der Gewerbepark Neuhaus bietet außer einer schnellen Anbindung an die Autobahn eine interessante Fördermöglichkeit. "Windischeschenbach liegt im C-Fördergebiet der Gemeinschaftsaufgaben der Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", erklärt Budnik. Das Programm läuft wahrscheinlich nur noch bis 2020. Bauwillige Firmen bekommen 30 Prozent Fördermittel für Maschinen und 20 Prozent für Gebäude."

Vier bis fünf Jahre habe ich immer wieder nachgebohrt und nachgehakt.Landrat Andreas Meier
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