Schmerz in Klang verwandelt
Volkal-Ensembles Hubert Velten beeindruckt mit Konzert

Kultur
Winklarn
24.03.2016
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Ihre Stimmen haben sie schon als Domspatzen geschult. In der St. Stephanus-Kirche malen die Sänger des Vokalensembles Hubert Velten nun meisterlich in den Klangfarben des Schmerzes.

-Muschenried. Mit einem geistlichen Konzert zur Passionszeit begeisterte das Vokalensemble Hubert Velten unter der Leitung des Rodinger Stadtpfarrers Holger Kruschina die Besucher in der Expositurkirche St. Stephanus Muschenried.

Das Ensemble geht auf eine Gruppe Regensburger Domspatzen des Abiturjahrgangs 1991 zurück, die die Formation zusammen mit ihrem damaligen Stimmbildner und Kirchenmusikdirektor Hubert Velten gegründet hat. Die Gruppierung erfuhr eine erfreuliche Entwicklung und gab viele Konzerte im In- und Ausland. So konnte unter anderem der Gewinn des Internationalen Palestrina-Chor-Wettbewerbs 1995 in Rom als großer Erfolg verbucht werden.

Auch Gospels


Seit dem Tod von Hubert Velten im Jahr 2010 dirigiert Holger Kruschina die Sänger bei ihren zahlreichen Konzerten und Auftritten. Das aktuelle Ensemble besteht seit 2005, inzwischen sind auch zahlreiche CDs erschienen. Das Repertoire umfasst ein breites Spektrum der Musikgeschichte von der Gregorianik bis zur zeitgenössischen Musik. Auch Gospels haben bereits einen festen Platz im Programm gefunden. Maria Baumer stellte die Sänger mit ihrem Dirigenten vor. Auch Pfarrer Eugen Wismeth ließ sich das Konzert nicht entgehen. Mit einem Passionslied von Sebald Heyden stimmten die Sänger auf den besinnlichen Nachmittag ein. "Crux fidelis" nach der gregorianischen Version in der Fassung Palestrinas, einem der bedeutendsten Komponisten des späten 16. Jahrhunderts, spiegelt die Reinheit und Erhabenheit der lateinischen Sprache wieder.

"Zur Ruhe kommen, das Kreuz verehren und Stille angesichts des Leids empfinden": Holger Kruschina versuchte mit erklärenden Worten zu den Intonationen das religiöse Empfinden der Gäste anzuregen.

Mit verschiedenen klassischen Motetten brachten die Sänger das Gotteshaus zum Klingen und die Gäste zum andächtigen Lauschen. Die Nähe zum Gekreuzigten spiegelt auch das Stück "Stabat Mater" von Gregor Aichinger wider: ein Mariengesang, der den Schmerz der Mutter zum Inhalt hat. Maria steht hier im Mittelpunkt, wie sie unter dem Kreuz steht, erstarrt im Schmerz.

"Leid besingen"


Mit Johann Sebastian Bach folgte der passende Abschluss mit der "Klage am Kreuz". Eine "andere Art, das Leid zu besingen", wurde dem Publikum zum Abschluss mit drei Gospels nähergebracht: "Calvary" von Emil Cosetto und den zwei traditionellen Stücken "Where you there" und "I couldn't hear nobody pray".

Für den langanhaltenden, verdienten Applaus revanchierten sich die Musiker mit zwei Zugaben, wobei sich das Ensemble mit dem bekannten Lied "Wenn ich einmal soll scheiden" verabschiedete.
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