Winklarn und Muschenried nimmt Abschied von verstorbenen Pfarrer i.R. Josef Preßl
"Liebe ist stärker als der Tod"

Die Haupt-Konzelebranten bei der Trauerfeier für den verstorbenen Pfarrer i.R. Josef Preßl waren (am Altar von links) Domvikar Harald Scharf, Dekan Johannes Lukas und Pfarrer Johann Spitzhirn. Bild: amö
Kultur
Winklarn
05.06.2015
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Zahlreiche Gläubige und Vereine mit Fahnenabordnungen aus Winklarn und Muschenried nahmen Abschied vom ehemaligen Seelsorger BGR Pfarrer i.R. Josef Preßl. Sie gaben ihm auf dem Friedhof in Hohentreswitz das letzte Geleit.

(amö) Dekan Johannes Lukas aus Weiden (St. Konrad) wurde im Trauergottesdienst von 14 Mitzelebranten begleitet. Darunter waren Monsignore Domvikar Harald Scharf, Johann Spitzhirn als Pfarrer von Hohentreswitz, die Kurs-Kollegen Hans Hammer, August Sparer und Benedikt Rucker sowie die beiden Nachfolger in Winklarn/Muschenried Pfarrer i.R. Franz Winklmann und Pfarrer Eugen Wismeth. Vertreten waren auch Landvolkpfarrer Christian Kalis, Pfarrer Michael Reitinger, Pfarrer Josef Puff, Pater Matthias Karl und aus Schlierbach Pater Benedikt und Pater Josef.

"Lebensglück im Priesterberuf gefunden"

Dekan Johannes Lukas stellte seine Predigt unter das Bibelwort: "Die Liebe ist stärker als der Tod." So habe Pfarrer Preßl sein Leben lang gewirkt. Der Prediger zitierte aus einem Rückblick anlässlich des 75. Geburtstages von Preßl: "Ich habe mein Lebensglück im Priesterberuf gefunden." Dieses gab er an all seine Pfarrkinder weiter. Dekan Lukas blickte auf die fast 13 gemeinsamen Jahre zurück. Beide kamen am 1. September 2002 nach Weiden, er als Pfarrer in St. Konrad und der Verstorbene als Ruhestandsgeistlicher. Für ihn war er stets ein guter Ratgeber mit Erfahrung, der trotz seines Alters immer theologische und geistige Offenheit für alle Neuerungen zeigte. Pfarrer Preßl sei geprägt gewesen von tiefer Frömmigkeit und fest verankert in seinem Glauben, so Dekan Lukas. Noch im Rollstuhl habe er in der Altenheimkapelle Gottesdienste zelebriert. Die große Anzahl der Trauergäste sei ein Beweis für seine Beliebtheit.

Ein erfülltes Leben

Im Namen des Bischofs, des Domkapitels und des bischöflichen Ordinariats sprach Monsignore Domvikar Harald Scharf dem Verstorbenen Dank für sein segensreiches Wirken aus. Pfarrer Preßl übernahm auch überpfarreiliche Aufgaben, er war Kammerer und später Dekan im Dekanat Oberviechtach. Mit Eifer und herzlicher Freude habe er seinen Dienst in der Seelsorge, in der Schule, im Kindergarten, in der politischen Gemeinde, genauso wie in der Diözesankirche und der Weltkirche verrichtet. "Besonders die Afrikamission war ihm ein Herzensanliegen", so Scharf. Inmitten der Trauer solle die Dankbarkeit überwiegen, denn Pfarrer Preßl hatte ein erfülltes Leben.

Im Namen der Pfarrei Winklarn und der Expositur Muschenried dankte Alois Baumer dem ehemaligen Seelsorger. Er beschrieb den Seelsorger Preßl mit einem Zitat von Misereor Prälat Herkenrath:" Ich war und bin gerne Priester. Im Priestertum habe ich Freude und Erfüllung gefunden. Gott ist ein Gott des Lebens. In diesem frohmachenden Glauben habe ich gerne gelebt - in diesem Glauben sterbe ich voller Erwartung auf das ewige Leben."

Für Neues offen

Über 32 Jahre hat der Verstorbene das Glaubensleben in Winklarn und Muschenried geprägt. Als Kaplan und Expositus in Hofdorf wurde er mit den Veränderungen nach dem Konzil konfrontiert und als Pfarrer in Winklarn und Muschenried musste er sie umsetzen: Deutsch statt Latein bei den Gottesdiensten, Volksaltar und Einbeziehung der Gläubigen während der Messe, Mitarbeit der Laien und Bildung von Pfarrgemeinderäten. Er sei stets bemüht gewesen, die Neuerungen der Liturgie umzusetzen. Sein offenes Ohr, seine Bescheidenheit und sein Bemühen um ein gutes Miteinander ebneten viele Wege. Mit ganzer Kraft versuchte er seine "Schäflein" zusammenzuhalten, so Baumer. Pfarrer Preßl habe aber gleichzeitig Freiräume für eigenes Handeln zugestanden. So konnten sich Organisten, Chorleiter und Kirchenchöre, die Vorbeter und die katholischen Vereine entfalten. Es gelang, die Zahl der Kirchenbesucher über dem Durchschnitt der Diözese zu halten.

Beliebt bei allen Generationen

Bürgermeisterin Sonja Meier bezeichnete den Verstorbenen als einen besonderen Menschen: "In seiner bescheidenen Art war ein Glück für die Gemeinde. Er hatte einen guten Draht zu allen Generationen, auch die Vereine unterstützte er bei vielen Festen." Bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1995 antwortete Preßl in seiner bescheidenen Art: "Ich habe nur meine Pflicht erfüllt." Kurssprecher Hans Hammer gab einen Abriss über den Weihejahrgang 1957; von den 27 Priestern leben noch 11. Musikalisch umrahmte der Kirchenchor Hohentreswitz Trauerfeier und Beerdigung; die Blaskapelle Kunschir aus Winklarn spielte mehrere Choräle am offenem Grab.
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