Abkehr von Urnenwänden

Lokales
Winklarn
03.02.2015
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Friedhöfe sind Orte des Innehaltens und der Stille, der Erinnerung und Trauer. Die Gestaltung und die Möglichkeiten der Grabbepflanzung waren nun Thema bei der Volkshochschule. Kreisfachberaterin Heidi Schmid informierte über die neuen Trends bei der Bestattungskultur.

Vorsitzender Wilhelm Narnhammer eröffnete den Abend im Gasthaus Röhrich in Haag. Eingangs wurde der Ursprung des Wortes mit "Frithof" als eingefriedeter Bereich um die Kirche erklärt. Im Laufe der Zeit jedoch wurden die Friedhöfe vom Kirchhof an den Rand der Dörfer und Städte verlegt.

Grabpflege und Kosten

Heute werden die Friedhofsträger wegen des Wandels in der Bestattungskultur vor viele neue Herausforderungen gestellt. Die Hinterbliebenen leben oft weit verstreut, was die Grabpflege erschwert. Die Vielfalt an Religionsgemeinschaften lässt christliche Bräuche schwinden und Sterben sei oft auch nicht mehr bezahlbar. Heidi Schmid zeigte Lösungsansätze auf, behielt dabei aber stets den Friedhof als privaten Bereich im Auge. Stark im Kommen ist die Urnenbestattung, wobei jedoch die Urnenwände nicht immer von Vorteil sind. Oft sind sie stark witterungsanfällig und außerdem müssen die Urnen nach Ablauf der Nutzungsdauer bestattet werden.

Urne in die Erde

Sich zersetzende Urnen in der Erde, bieten hier Alternativen; außerdem haben die Angehörigen mehr Platz für persönlichen Schmuck. Auch die Baumbestattungen in Friedwäldern werden vermehrt nachgefragt und auch pflegeleichte Urnenerdgräber gelten ebenfalls als Lösungsmöglichkeit. Als zunehmendes Problem treten Lücken in den Grabreihen, insbesondere auf Dorffriedhöfen auf. Die Referentin zeigte hier das Urnengemeinschaftsgrab als Lösungsansatz auf.

Dem Baum als Sinnbild für Leben und Sterben kommt am Friedhof eine besondere Bedeutung zu. Auch Gehölze können gestalterisch Ruhe und Ordnung bringen, ebenso Hecken als verbindendes oder beruhigendes Element. Die Grabgestaltung drückt die Liebe und den Respekt für die Verstorbenen aus. Die Kreisfachberaterin erläuterte auch die verschiedenen Einfassungsmöglichkeiten mit Kantensteinen, Platten oder schnittverträglichem Immergrün. Die Bepflanzung sollte sich mit zehn bis 30 Prozent in Wechselpflanzung und höchstens 50 Prozent der Fläche in Dauerbepflanzung gliedern.

Immergrün gilt als Symbol für Unsterblichkeit, insbesondere Laubabwerfer stehen für den Kreislauf des Werdens und Vergehens und Rosen gelten als Inbegriff der Liebe über den Tod hinaus. Nach ihren Ausführungen zu den Pflanzarten kam Heidi Schmid zum Schluss, "auf ein buntes Allerlei zu verzichten", und mit einer harmonischen Kombination aufzuwarten. Leider wurde das Thema Friedhof in den letzten Jahren etwas verdrängt, doch seien diese wertvolle Stätten unserer Trauerkultur.
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