Allianz für Schubladen-Projekte

Manuel Lischka (links) informierte im Marktrat über verlockende Fördertöpfe. Das Gremium mit Bürgermeisterin Sonja Meier an der Spitze und VG-Leiter Anton Brand votierte für eine interkommunale Zusammenarbeit, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Bild: bej
Lokales
Winklarn
11.10.2014
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Bei diesen Fördersätzen im neuen EU-Programm kann kaum einer widerstehen. Allerdings müssen die Kommunen dafür auf gleicher Wellenlänge agieren. Jetzt ist auch Winklarn im Boot.

Die Marktgemeinde bewirbt sich um die Aufnahme in das EU-Förderprogramm EFRE (Europäischer Fond für Regionale Entwicklung). Manuel Lischka, LAG-Geschäftsführer und Regionalmanager, stellte die Fördermaßnahme in der Marktratssitzung vor. "Diese Fördersatzhöhe wird es so nicht mehr geben, das kann unsere Kommunen nur voranbringen" war sich Lischka sicher. Immerhin 71 Millionen Euro stehen für den Freistaat Bayern bereit, bei einem Fördersatz von 70 bis 80 Prozent könnte das bis zu vier Millionen Euro für die LAG Brückenland Bayern-Böhmen bedeuten. Denn nur mit einer interkommunalen Allianz konnte die Bewerbung für die Förderung abgegeben werden.

Konzept schon parat

Die aktuelle Bewerbungsphase endet am 15. Dezember, spätestens zu diesem Datum muss ein Entwicklungskonzept auf dem Tisch liegen. Keine Not sah Manuel Lischka jedoch für diesen Maßnahmenkatalog, da durch die Leerstandsoffensive bereits einige Projekte "in der Schublade liegen", die nun herangezogen werden können.

Sieben Handlungsfelder sind vorgegeben, zwei davon müssen ausgewählt werden. Energieeinsparung im öffentlichen Raum, Revitalisierung von Konversions- und Brachflächen sowie Gebäudeleerständen oder Förderungen von Unternehmer-Investitionen zur Arbeitsplatzsicherung nannte Lischka als Beispiele. Zwar könnten nicht alle Projekte gefördert werden, aber die mit der "meisten Strahlkraft für die Region" würden ausgewählt, so der Referent. Sollte die LAG den Zuschlag nicht erhalten, dann würde auf jeden Fall das Entwicklungskonzept gefördert werden. Bei 50 000 Euro sollen sich hier die Kosten bewegen, wobei der Anteil für Winklarn bei etwa 1000 Euro nach Abzug des Zuschusses liegen wird. Einstimmig fiel der Beschlussvorschlag aus, das Planungsbüro "u.m.s" (Urban Management Systems) aus Leipzig mit der Erstellung eines Entwicklungskonzeptes für das EFRE-Förderprogramm "Nachhaltige Stadt-Umland Entwicklung" zu beauftragen. Die Auftragsumme beläuft sich auf 50 000 Euro, abzüglich 70 Prozent Förderung.

Über die Voraussetzungen für ein Städtebauliches Entwicklungskonzept (SEK) informierte Architekt Martin Fladt vom Büro "UmbauStadt". Er hatte bereits im Februar einen Entwurf präsentiert. Das SEK ist die wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Marktgemeinde in der Zukunft und gleichzeitig Voraussetzung für angestrebte Fördermöglichkeiten. In einer Kurzfassung erläuterte Fladt nochmals wichtige Punkte, insbesondere für die "neuen Gesichter" im Gremium, die ja erst seit der Kommunalwahl vertreten sind.

Priorität im Blick

Die Aufgabe der Mitglieder bestehe nun darin, die bereits im SEK existierende Prioritätenliste zu überarbeiten und eventuelle Änderungswünsche weiterzuleiten. Bis zur Sitzung Anfang November soll die endgültige Maßnahmenliste "stehen", dann könne ein Beschluss gefasst werden. In einer Bürgerversammlung am 12. November soll das Programm der Bevölkerung vorgestellt werden.

Einstimmig war die Abstimmung bei folgenden Bauanträgen: Thomas Schön (Winklarn) beabsichtigt, einen bestehenden Dachstuhl zu erneuern. Dietmar Bücherl aus Schneeberg plant die Erneuerung des Garagendachgeschosses und die Errichtung einer Säule. Da die Entsorgung des Klärschlammes in der Landwirtschaft immer fraglicher wird, sprach sich das Gremium einstimmig für einen Beitritt zum Zweckverband für thermische Klärschlammverwertung im Landkreis aus. "Je mehr mitmachen, um so besser für den Einzelnen", so der Tenor in Hinblick auf die Finanzen.

Bürgermeisterin Sonja Meier informierte über einen Auftrag, der an die Firma Lindner für das Feuerwehrgerätehaus vergeben wurde: Bei der Haustüre habe man sich in nichtöffentlicher Sitzung für ein Modell mit Mehrpreis 872 Euro plus Mehrwertsteuer entschieden. Für Sonntag ab 10 Uhr hat die Feuerwehr zur Baustellenbesichtigung eingeladen.
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