Auf der Suche nach Konzepten

Lokales
Winklarn
24.11.2014
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MdB Marianne Schieder wünscht sich ein gutes Verhältnis zu den Kommunen und Informationen über deren Anliegen und Projekte. Deshalb besuchte sie die Marktgemeinde Winklarn mit der neuen Bürgermeisterin Sonja Meier.

In Winklarn ist die Führung fest in Frauenhand. Auch deren Stellvertreterinnen Maria Baumer und Monika Ermer waren beim Antrittsbesuch dabei. "Um jede junge Familie muss man sich seitens der Kommune bemühen", riet die Abgeordnete beim Thema Leerstandsproblematik. Leider wurden in der Vergangenheit große Siedlungsgebiete bebaut und dabei die drohende Ortskernverwaisung ignoriert.

Förderhöhe zu gering

Auch Winklarn ist auf der Suche nach neuen Konzepten, insbesondere beim Thammer-Anwesen, doch auch andere Leerstände stehen auf der "Problemliste." " Auch der Denkmalschutz ist nicht immer entgegenkommend" bedauerte Maria Baumer, weitere Schwierigkeiten ergeben sich oft bei unbebauten Grundstücken, die sich unverkäuflicherweise in Privatbesitz befinden. "Die Baugesetze müssen eine andere Verwendung finden, wenn der ländliche Raum zukünftig eine Chance haben will", so die Politikerin im Hinblick auf gemeindeübergfreifende Auseinandersetzungen mit der Regierung.

In Förderprogrammen gezielt für Ortskerne sieht sie ein Mittel zur Abhilfe für ein Problem, das immer mehr Ortschaften betrifft. Dabei seien aber auch die Förderhöhen zu gering, sollte sich eine Gemeinde doch für eine Grundsanierung entscheiden, so die Meinung von Bürgermeisterin Sonja Meier. Dem "Trend der Zeit folgen", hier waren sich die Gesprächspartner beim Thema Tourismus einig. Ob Kurzurlaub oder Wochenendausflug, auf die Vorteile unserer Naherholung muss gesetzt werden und die Gastronomie muss sich entsprechend anpassen.

"Wir selber müssen unseren ländlichen Raum, unsere Heimat mehr schätzen und nicht nur ständig die Nachteile hervorheben" meine Monika Ermer, die die ländliche Lebensqualität für alle Altersstufen als Plus verbuchen möchte. Marianne Schieder lobte an dieser Stelle das gastronomische Engagement einer jungen Winklarner Familie, die beispielhaft in dieser Branche vorangegangen sei. Ein "Riesenproblem" stellen die maroden Flurbereinigungsstraßen und -wege dar, die nach 40 Jahren nicht mehr den heutigen landwirtschaftlichen Maschinen gewachsen und im höchsten Grade sanierungsbedürftig sind. "Hier muss der Freistaat in die Gänge kommen, wir brauchen dringend ein Förderprogramm" so Marianne Schieder.

Denn weder Gemeinden noch Anlieger können diese Kosten schultern. Auch die Ortsdurchfahrten bilden "oft nur noch Fleckerlteppiche" kritisierte die Bürgermeisterin im Hinblick auf die Winklarner Bahnhofstraße. Da auch die Seitenbereiche bei dieser Straße zu sanieren sind, muss diese Maßnahme mit einer kleinen Ortssanierung einhergehen, stimmte Marianne Schieder zu.

"Intelligente Konzepte sind notwendig" waren sich die Gesprächspartner einig, denn was nutzen die besten Leerstandsoffensiven, wenn die Finanzmittel fehlen. Dabei darf auch die Wirtschaftskraft einer Gemeinde nicht übersehen werden. Wenn der Eigenanteil bei einem Förderprojekt zu hoch ist, kann dies auch die Kommune nicht in Angriff nehmen. Hier ist "eine neue Bewusstseinsbildung von oben gefordert, genauso aber muss an die Vernunft des Einzelnen appelliert werden, war man sich schließlich einig.

Unterstützung angeboten

MdB Schieder hob lobend hervor, dass in der Marktgemeinde mit Abwasserentsorgung, Wasserversorgung, Schul- und Kindergartensanierung, Krippenbau und Feuerwehrhausneubau schon große Schritte gemacht wurden. Auch das intakte Vereinssystem spreche für sich, außerdem finden sich doch noch Ehrenamtliche, die sich für ihre Heimat und ihren Ort einsetzen.
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