Bei Pflege oft überlastet

Karolina Herdegen und Franz Spichtinger (Mitte) wurden von Vorsitzendem Alfons Fuchs (hinten), Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hermann (rechts) und Bürgermeisterin Sonja Meier für ihre jahrzehntelange Treue zum VdK ausgezeichnet. Bild: bej
Lokales
Winklarn
12.10.2015
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Der VdK will ein Sozialverband sein, der für Schwächere einsteht. Das bringt Mitglieder, doch manche sind nur ganz kurz dabei. VdK-Vorsitzender Alfons Fuchs legte bei der Jahresbilanz den Finger auf diesen wunden Punkt. In der Pflege gibt es weitere.

Die bundesweite Kampagne "Große Pflegereform jetzt" des VdK hat Früchte getragen, was sich im Reformpaket der Bundesregierung zum Januar 2015 niedergeschlagen hat. Über diese Leistungsverbesserungen informierte Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hermann die Mitglieder des VdK Winklarn/Kulz bei der Jahresversammlung.

21 von insgesamt 78 Mitgliedern waren zu der Bilanz mit Vorsitzendem Alfons Fuchs ins Gasthaus Simmerl gekommen. Fuchs dankte dem Vorstandsteam für die geleistete Arbeit. Er bedauerte, dass oftmals eine Mitgliedschaft beim Sozialverband nur kurzfristig ist und lediglich der Durchsetzung persönlicher Anliegen dient. Umso erfreulicher seien langjährige Mitglieder, die dem Verband die Treue halten. Er beglückwünschte Karolina Herdegen für 50 Jahre Mitgliedschaft, davon über drei Jahrzehnte Mitarbeit im Vorstandsgremium. Sein weiterer Glückwunsch galt Franz Spichtinger, der 30 Jahre beim VdK ist. Die Geehrten erhielten eine Urkunde und eine Anstecknadel. VdK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hermann informierte über den "grandiosen" bundesweiten Mitgliederzuwachs von 70 Prozent seit dem Jahr 2000. Auch in Bayern habe der VdK als unabhängiger und parteipolitisch neutraler Vertreter aller Gruppen enormen Zulauf erhalten. Der Referent ging kurz auf die Inhalte des ersten Pflegeverstärkungsgesetzes ein, das seit 1. Januar 2015 in Kraft ist. Darunter fallen unter anderem die Erhöhung von vielen Leistungsbeiträgen um vier Prozent, der Anspruch von Menschen mit Pflegestufe null auf Leistungen der Tages- und Nachtpflege und der auf bis zu 4000 Euro erhöhte Zuschuss zu Umbaumaßnahmen für eine barrierearme Wohnung

Trotz der zahlreichen positiven Neuerungen prangerte Hermann das deutsche Pflegesystem hinsichtlich Heimunterbringung an. Dabei spiele die Überlastung der Pflegekräfte eine enorme Rolle. Hermann sprach von körperlich und seelisch höchst belastenden Arbeitsbedingungen, Unterbezahlung und drohender Altersarmut, da der Beruf oft nicht bis zum Rentenalter ausgeübt werden kann. Hier soll in Zukunft die durch die Bundesregierung angekündigte Reform der Pflegeausbildung Abhilfe schaffen.

Mit aktuellen Informationen zur Rentenversicherung schloss der Kreisgeschäftsführer sine Ausführungen und versprach: "Der VdK wird weiter darauf dringen, Verbesserungen durchzusetzen." Beim anschließenden Oktoberfest konnten die Gäste bei einer Brotzeit und unter der musikalischen Begleitung von Franz Lacher den Nachmittag ausklingen lassen.
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