Ehrenbürger mit viel Schaffenskraft

Die Beerdigung von Josef Preßl findet am Mittwoch statt. Bild: hfz
Lokales
Winklarn
31.05.2015
6
0

Abschied für immer - nehmen Pfarrei Winklarn und Expositur Muschenried vom ehemaligen und langjährigen Seelsorger Josef Preßl. Der Geistliche verstarb am 27. April in Weiden.

(amö) Pfarrer Josef Preßl wurde am 26. Januar 1929 in Rückersrieth (Tröbes) geboren und wuchs mit zwei Schwestern und einem Bruder auf dem elterlichen Bauernhof auf. Während seiner Gymnasialzeit musste er im Krieg als Flakhelfer in Regensburg Dienst tun. Nach dem Abitur studierte er dort an der philosophisch-theologischen Hochschule. 1957 weihte ihn Bischof Michael Buchberger im Dom zu Regensburg zum Priester. Es folgten fünf Jahre als Kaplan (Ittling und Bärnau). Nach acht Jahren Expositus in Hofdorf ernannte ihn der Bischof am 1. September 1970 zum Pfarrer von Winklarn. Schon 1970 war der Priestermangel spürbar und so musste die Expositur Muschenried mitversorgt werden. Ruhig, pflichtbewusst, weitschauend und mit großem seelsorglichem Gespür hat Josef Preßl 32 Jahre lang seine ganze Kraft in die Pfarrei und die Expositur gesteckt. In dieser langen Zeit hat er 578 Kinder getauft, 204 Paare schlossen vor ihm den Bund der Ehe und 417 Pfarrangehörige musste er zur letzten Ruhe geleiten. Mit seelsorglichem Feingefühl verstand er es, bei schweren Schicksalsschlägen Trost zu spenden.

In seinen Abschiedsworten im August 2002 sprach der Geistliche von zwei Höhepunkten in seinem seelsorglichen Wirken in Winklarn. Zum einen war es die Volksmission im Oktober 1992 unter der Leitung von Franziskanerpater Franz Gruber, er war auch Festprediger beim Abschiedsgottesdienst. Der zweite Höhepunkt war 1997 die Priesterweihe und Primiz von Matthias Karl. Der Neubau des Kindergartens 1975/76 erfüllte Pfarrer Preßl mit großer Freude. Er sah die Notwendigkeit für eine vorschulische Erziehung. Seit 1967, der Versetzung der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, gab es in Winklarn keine derartige Einrichtung mehr. Oft zitierte er ein altes Sprichwort: "Vom Paradies sind nur drei Sachen übrig geblieben - die Sterne am Himmel, die Blumen und die leuchtenden Augen der Kinder." Oft schaute er bei den Kleinen vorbei, wenn er von der Schule nach Hause ging. Auch dort war er ein allseits beliebter und geschätzter Kollege und übernahm bis zum Ruhestand den Kommunionunterricht.

Für Pfarrer Josef Preßl war es ein großes Anliegen die kirchlichen Gebäude, Kirchen und Kapellen zu erhalten und bei Bedarf zu renovieren. Zahlreich waren deshalb die Baumaßnahmen an den sechs Kirchen, für die der Geistliche zuständig war. Er zeigte sich auch stets aufgeschlossen für alle Belange der Vereine und nahm solange es seine Gesundheit erlaubte, gerne an den Festen teil. Ihm war es auch ein Anliegen, einen Frauenbund zu gründen, dies geschah 1978 in Muschenried und 1979 in Winklarn.Anlässlich seines 25-jährigen Wirkens ernannte ihn die Marktgemeinde 1995 zum Ehrenbürger. Bürgermeister Hans Sailer bedankte sich dabei für die unproblematische Zusammenarbeit. Die Verbundenheit zur Gemeinde Winklarn zeigt, dass er große Feste (75. und 80. Geburtstag, 50-jähriges Priesterjubiläum) auch im Ruhestand in seiner "zweiten Heimat Winklarn", wie er immer sagte, feierte. Ab 2002 wirkte er als Ruhestandspfarrer in der Pfarrgemeinde St. Konrad in Weiden mit.

Der Seelsorger Josef Preßl genoss viel Sympathie und großes Ansehen. Die Pfarrei Winklarn und die Expositur Muschenried haben ihrem beliebten Pfarrer, der ein Vorbild an Fleiß und unermüdlichem Schaffen war, viel zu verdanken. Ihm gebührt Dank, Anerkennung und ein Vergelt's Gott in die Ewigkeit hinüber. Zur Beerdigung am 3. Juni wird ein Bus eingesetzt (siehe Seite 34).
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.