Für Rente und Mindestlohn

"Es gibt noch viel zu tun", so VdK- Kreisvorsitzender Siegfried Pöll. Bild: bej
Lokales
Winklarn
09.10.2014
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Sozialrechtsberatung und die sozialpolitische Lobbyarbeit sind Markenzeichen des VdK. Diese Arbeit wird offenbar auch honoriert und der VdK darf sich daher über einen starken Mitgliederzuwachs freuen.

"Mit der Durchsetzung der Großprojekte Rente und Mindestlohn sind wir ein beträchtliches Stück vorwärtsgekommen, doch es gibt noch viel zu tun", so VdK- Kreisvorsitzender Siegfried Pöll, der bei der Jahreshauptversammlung des VdK Winklarn/Kulz über die sozialpolitischen Entwicklungen des Jahres 2014 referierte.

Vorsitzender Alfons Fuchs begrüßte 16 Mitglieder im Gasthaus Simmerl in Winklarn; sein besonderer Gruß galt dem Referenten Siegfried Pöll und der Bürgermeisterin Sonja Meier. Diese informierte darüber, dass der Verein im Oktober auf 67 Jahre Bestehen zurückblicken kann. Sie bedankte sich für die Treue der Mitglieder und für die wichtige Arbeit in der Vorstandschaft.

Mit 640 000 Mitgliedern in Bayern und 1,7 Millionen bundesweit nannte Referent Pöll eingangs markante Zahlen, die die Schlagkraft des VdK im Gesamtverband bezeugen. Täglich haben sich im Jahre 2014 130 Personen zur Mitgliedschaft entschieden; Gründe sind die Sozialrechtsberatung und die sozialpolitische Lobbyarbeit. Denn "Beharrlichkeit macht sich bezahlt, was die Verbesserungen durch das Rentenpaket beweisen", so der Kreisvorsitzende. Mit der Mütterrente erhalten Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern eine Besserstellung im Rentensystem, nämlich 28 Euro brutto pro Kind zu ihrer bisherigen Rente.

Pöll informierte darüber, dass 2012 in Bayern knapp jede vierte Frau ab 65 Jahren armutsgefährdet war. Es besteht also weiterhin Nachbesserungsbedarf, sowohl bei der derzeitigen Anrechnung des Zuschlags für die Kindererziehungszeiten bei Witwen- oder Betriebsrenten als auch bei der Grundsicherung. Der Verband forderte die Zurechnungszeiten auf die gesetzliche Rentenaltersgrenze auszudehnen, dies erbrachte nun eine Erhöhung der Zeiten von 60 auf 62 Jahre sowie eine Günstigerprüfung und damit eine Rentenerhöhung.

Bei der Erwerbsminderungsrente wird weiterhin an den Abschlägen von 10,8 Prozent festgehalten - für den VdK ein Thema, das unbedingten Handlungsbedarf erfordert. Denn niemand darf mit Abschlägen aufgrund einer schicksalhaften Notsituation bestraft werden. Auch die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren mit 45 Beitragsjahren ist als Erfolg zu werten, denn diese stellt eine verdiente Anerkennung der Lebensleistung dar. Trotzdem versteckt sich hier noch ein ungelöstes Problem. Zu wenig ältere Menschen finden gute Arbeit, was somit als Voraussetzung für die Rente mit 67 kaum gegeben ist.

Die Mindestlohnforderung des VdK konnte ebenfalls durchgesetzt werden, denn ab 1.1. 2015 wird der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro eingeführt. "Eine Entscheidung von historischer Tragweite wurde somit getroffen", so Siegfried Pöll, der allerdings auch bei diesem Thema noch "zu stopfende Löcher" bemängeln muss. Abschließend informierte er über die stetig ansteigende Zahl der 65 jährigen und Älteren, die gezwungen sind, sich mit einem Minijob über Wasser zu halten. Die vorrangige Forderung muss deshalb darin bestehen, dass Rentenniveau insgesamt zu stabilisieren und der Absenkung entgegenzuwirken.

Vorsitzender Alfons Fuchs bedankte sich für die interessanten Ausführungen und lud die Mitglieder zum anschließenden "Oktoberfest" mit musikalischer Unterhaltung durch Franz Lacher ein.
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