Kraftvoll und beschwingt

Paul Windschüttl (links) und Albert Schönberger boten einen Abend mit exquisitem Kunstgenuss in der Winklarner Pfarrkirche St. Andreas. Bild: bej
Lokales
Winklarn
01.10.2015
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Seit 25 Jahren gibt die Sandtner-Orgel in der Pfarrkirche Winklarn unter den Händen von Organist und Chorleiter Hans Bock "den Ton an". In ihrer Position als "Königin der Instrumente" verleiht sie den kirchlichen Zeremonien Glanz. Glanzvoll war auch die Geburtstagsfeier für die "Königin".

25 Jahre - dieses Jubiläum des Instruments würdigte ein festliches Konzert für Orgel und Trompete mit den renommierten Künstlern Paul Windschüttl und Albert Schönberger.

"Mulitalent"

Pfarrer Eugen Wismeth empfing dazu knapp 100 Freunde klassischer Musik und nutzte die Gelegenheit, Hans Bock für seinen unermüdlichen musikalischen Einsatz zu danken. Paul Windschüttl, ein geborener Thansteiner, studierte Kirchenmusik in Regensburg, es folgte das Studium der Trompete an der Hochschule für Musik in München und später ein Cembalo- und Generalbassstudium. Seinem Ruf als "Multitalent" ist er durch seine Tätigkeiten als Direktor der Landkreismusikschule Cham, als Trompetensolist, Musiker in verschiedenen namhaften Orchestern, Organist, Dirigent und Dozent gerecht geworden. Zahlreiche Konzerttourneen führten ihn durch ganz Europa, in die USA, nach Asien, China und Hongkong. Neben anderen Auszeichnungen wurde Paul Windschüttl aufgrund seiner Verdienste um Musik und Kultur von Bundespräsident Horst Köhler die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen.

Fast 30 Jahre lang wirkte Albert Schönberger am Hohen Dom zu Mainz als Kirchenmusiker, davon bekleidete er 25 Jahre lang das Amt des Domorganisten. Auch seine musikalische Bandbreite ist beachtlich. So war er als Hochschullehrer, Juror bei Orgelwettbewerben und als Leiter von Meisterkursen tätig. Seine eigene Klangsprache verhalf ihm zu einem ausgezeichneten Ruf als Improvisator, dies kam ihm auch bei seinen zahlreichen Tonträgeraufnahmen, Rundfunk- und Fernsehsendungen und bei Konzerten zugute. In Anerkennung seiner Verdienste wurde Albert Schönberger im März 2011 die höchste künstlerische Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz verliehen, die Peter-Cornelius-Plakette.

Für die Freunde und Studienkollegen von Hans Bock war dieses Konzert in Winklarn im Übrigen keine Premiere: Sie hatten schon mehrmals als Interpreten in der Pfarrkirche St. Andreas ihren Auftritt. Die Palette der auserwählten Stücke reichte vom Barock bis zur Gegenwart, wobei die Leistung und die dynamischen Möglichkeiten der Orgel effektvoll präsentiert wurden. Zum vollen Kunstgenuss trug auch die gute Akustik in der Winklarner Kirche bei. Die Gäste wurden kraftvoll und beschwingt mit der "Sinfonia Avanti il Barcheggio" von Alessandro Stradella (1639 bis 1682) für Orgel und Trompete begrüßt. Mit "Trumpet Voluntary Echo" folgte ein reines Orgelstück von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), anschließend kamen die Zuhörer in den Genuss von "Gloria" für Trompete und Orgel vom gleichen Komponisten.

Gänsehaut

Das harmonische Zusammenspiel der beiden Instrumente, die beschwingte und klare Tonabfolge zeigte sich auch bei "Trumpet Voluntary" für Trompete und Orgel, komponiert von John Travers (1703 bis 1758). Es folgten Werke von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750), Felix Mendelssohn (1809 bis 1847) und von Franz Schubert (1797 bis 1828), darunter auch Schuberts "Ave Maria", das so manchem Zuhörer Gänsehaut verursachte.

Der Schlusspunkt wurde mit "Concertino Nr. II" von Julien Porret (1896 bis 1979) für Trompete und Orgel gesetzt, doch die begeistertsten Zuhörersorgten mit standing ovations dafür, dass mit "Ave Maria" von Arcadelt und "Jesu meine Freude" von J.S. Bach noch zwei exzellente Werke gespielt wurden.
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