Kripo-Beamter gibt Tipps für den Einbruchschutz
Angriff auf Bargeld und Psyche

Lokales
Winklarn
09.03.2015
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"In Deutschland wird alle drei Minuten ein Einbruch verübt, Tendenz steigend. Außerdem spielt es keine Rolle mehr, ob die Täter in der Stadt oder auf dem Land zuschlagen." Mit dieser alarmierenden Information wartete Kriminaloberkommissar Wolfgang Sennfelder bei der Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins auf. Sein Tipp: aufrüsten.

Ehe der Referent das Wort ergriff, informierte Vorsitzender Alfons Fuchs zunächst über das abgelaufene Vereinsjahr (siehe Infokasten). Dass das Thema Einbruch "brandaktuell" sei, würden schon die regelmäßigen Meldungen in der Tagespresse widerspiegeln, verdeutlichte Oberkommissar Sennfelder.

Nachbarn können helfen

Der Referent stellte klar heraus, dass den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch psychische Folgen häufig mehr zu schaffen machen als der Schaden hinsichtlich Bargeld oder Schmuck. Doch die Erfahrung der Polizei zeige auch, dass durch richtiges und aufmerksames Verhalten der Nachbarn oft Einbrüche verhindert werden können.

Kriminaloberkommissar Sennfelder stellte sich als Beratungsbeamter vor, der neben dem Abhalten von Vorträgen auch Häuser besichtigt und die Eigentümer zum Einbruchsschutz berät. Die Beratung ist kostenlos und jederzeit möglich über die Polizeiinspektion Amberg. Einbrüche werden oft tagsüber verübt, nämlich zu Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeiten, auch am frühen Abend oder am Wochenende.

In einem Video wurde auf schockierende Weise demonstriert, wie mittels eines Schraubenziehers innerhalb von acht Sekunden ein Fenster aufgehebelt wird. Beim Thema "technische Sicherheit" ging der Experte auf Zusatzschlösser, Türspaltsperren und auch Mehrfachverriegelungen ein. Einbruchhemmende Einsteckschlösser, Schutzbeschläge und auch Querriegel-Schlösser könnten nachgerüstet werden. Auch Nebeneingangstüren sollten über den gleichen Sicherheitsstandard wie die Haupteingangstüre verfügen, stellt er klar. Der fachgerechte Einbau sei dabei Grundvoraussetzung. Bei Neu- und Umbauten seien geprüfte einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren mindestens der Widerstandsklasse (RC) 2 ratsam.

"Goldene Verhaltensregeln"

Anhand von Anschauungsmaterial präsentierte Sennfelder einbruchhemmende Fensterbeschläge und aufschraubbare Sicherungen zum Nachrüsten. "Ein abschließbarer Fenstergriff alleine reicht nicht aus", warnte der Fachmann. Auch Fenstergitter und einbruchhemmende Rollläden würden Widerstand leisten. Sehr effektiv seien Alarmanlagen. Hier sollte aber vor Installation mit der Polizei Rücksprache gehalten werden, gab er zu bedenken. Mit den "sechs goldenen Verhaltensregeln" schloss der Fachmann seine Ausführungen und stellte sich den interessierten Fragen der Zuhörer. Hier die Verhaltensregeln: Bewohner sollten auch bei nur kurzem Verlassen des Hauses unbedingt die Haustüre abschließen. Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten immer verschlossen werden. "Gekippte Fenster sind offene Fenster", warnen Fachleute. Der Experte riet davon ab, den Schlüssel draußen zu verstecken und machte deutlich, das bei einem Schlüsselverlust der Austausch des Schließzylinders erforderlich ist. Er forderte die Zuhörer auf, auf Fremde in der Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück zu achten. Sein letzter Tipp: keine Hinweise auf Abwesenheit geben.
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