Mehr als "Make-up" für Fassade

Handwerker haben die Winklarner Pfarrkirche St. Andreas in Beschlag genommen. Die Außensanierung soll bis Frühjahr 2016 fertig sein. Bild: bej
Lokales
Winklarn
21.09.2015
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Beim Passieren des Marktplatzes in Winklarn sticht er sofort ins Auge, der von zahlreichen Gerüstlagen umhüllte Turm der Pfarrkirche. Die Außenrenovierung - schon einige Jahre im Gespräch - ist jetzt in vollem Gange. Rund 830.000 Euro sind dafür angesetzt.

Geplanter Beginn für den Bauabschnitt eins war Ostern 2015. Die Kirchenverwaltung beauftragte das Architekturbüro Schönberger Tännesberg/Oberviechtach mit dem Projekt. Im Oktober 2014 erläuterte Josef Schönberger die Maßnahme bei einem Pfarrfamilienabend und stand für Fragen zur Verfügung. Doch aufgrund längerer behördlicher Genehmigungsverfahren fiel der Startschuss erst am 27. Juli 2015.

Zwei Jahre "auf Eis"

Das Architekturbüro befasst sich schon seit Januar 2011 mit entsprechenden Planungen, Befund- und Zustandsuntersuchungen. Durch den Bau der Kinderkrippe in Winklarn (Bauzeit 2012 bis 2013) wurde allerdings diese Vorbereitungsphase für die Kirchenrenovierung "etwas aufs Eis" gelegt, da der Krippenbau Priorität einnahm. Seit Jahresbeginn 2014 reihten sich dann die Orts- und Abstimmungstermine mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem bischöflichen Baureferat, so dass die Maßnahme endgültig mit der Kirchenverwaltung und der Bevölkerung bei dem oben erwähnten Pfarrfamilienabend abgestimmt werden konnte. Nicht vergessen werden darf natürlich die Finanzierbarkeit eines Projekts dieser Größenordnung. Die bischöfliche Finanzkammer Regensburg übermittelte Ende Juni 2015 die Gewährung des Zuschusses von 45 Prozent der förderfähigen Maßnahme aus Kirchensteuermitteln.

Außerdem waren die baufachliche Stellungnahme und die Freigabe der Maßnahme durch die Diözese Voraussetzung für den Baubeginn. Die Denkmalschutzbehörde erteilte im Mai 2015 ihre Erlaubnis. Größtenteils heimische und regionale Firmen erhielten den Auftragszuschlag nach der Ausschreibung. Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 831 000 Euro.

Statische Risse

Das Fundament muss umlaufend gesichert werden, hierzu wird auch die Drainage erneuert. Damit soll die Durchfeuchtung des Sockelbereichs gestoppt werden. Ein großes Schadensbild zeigt sich beim Außenputz. Die schadhaften Stellen werden erneuert, statische Risse saniert und die restlichen Putzflächen überarbeitet. Schließlich wird als Abschluss der gesamte Oberputz erneuert und mit einem Neuanstrich versehen. Die Treppenanlagen in den Haupt- und Nebenzugangsbereichen werden erneuert, dabei werden die Stufen nach Überarbeitung wieder verwendet. Die Blechdachdeckung des Turmes wird ebenfalls erneuert, notwendige Ausbesserungsarbeiten bei der Unterkonstruktion werden vorgenommen und der Turmhelm saniert. Auch die Holzfensterelemente und die Schallläden werden ersetzt, instandgesetzt werden die Zifferblätter und Zeiger der Turmuhr.

Der aktuelle Stand zeigt einen fast vollständig eingerüsteten Turm mit installiertem Lastenaufzug und eine abgeschlossene Instandsetzung des Fundaments mit Ringdrainage. An Turm und Langhaus beginnen in Kürze die Grundputzarbeiten, die noch heuer zum Abschluss kommen sollen. Die Oberputzarbeiten, einschließlich Anstrich, sind für Frühjahr 2016 geplant. Noch in 2015 sollen die Spengler-, Schreiner- und Zimmererarbeiten erfolgen. Ebenfalls im Frühjahr stehen das Neuversetzen der Stufen und die Überarbeitung der restlichen Anlagen auf dem Plan, so dass mit einem Abschluss der Gesamtmaßnahme im späten Frühjahr 2016 zu rechnen ist.
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