Pfingstritt reicht bis ins Jahr 1412 zurück - Seniorentreff der Pfarreiengemeinschaft ...
Zur Pfingstreiter-Kirche in Steinbühl gepilgert

Pfarrer Albert Melchner (vorne mitten unter den Ausflüglern) ist bereits 88 Jahre alt und bereitet seit 50 Jahren den Pfingstritt vor. Bild: amö
Lokales
Winklarn
06.07.2015
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(amö) Der Seniorentreff der Pfarreiengemeinschaft Winklarn-Thanstein ging auf Reisen. Ziel war das Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck und die Pfingstreiter-Kirche St. Nikolaus in Steinbühl.

In Arnbruck erwartete ein Glasbläser die Ausflügler. Er zeigte e die Herstellung einer Kugel, einer Vase und eines Vogels. Alle, besonders natürlich die Frauen waren von der Vielfalt und der Farbenpracht der Glasprodukte beeindruckt. Auf der Rückfahrt durch das Zellertal machten die Reisenden Halt in Steinbühl.

Der 88-jährige Pfarrer Albert Melchner erwartete schon in der Kirche die Gäste. Die St. Nikolauskirche ist die älteste Kirche im ganzen Zellertal, 1352 wurde sie bereits urkundlich erwähnt. Das gotische Kreuzrippengewölbe im Presbyterium und die 1956 freigelegten Fresken sind noch Originalzustand. Berühmt wurde die Kirche durch den Pfingstritt.

Der Legende nach sollte ein Kötztinger Pfarrer 1412 einem Steinbühler Mann die Sterbesakramente spenden. In dieser unruhigen Zeit (Hussiten) traute er sich nicht alleine die sieben Kilometer nach Steinbühl zu reiten. Er bat junge Burschen ihn zu begleiten und zu beschützen.

Seit dieser Zeit reiten alljährlich am Pfingstmontag zahlreiche Reiter nach Steinbühl und danken damit heute noch für die gute Rückkehr 1412. Voller Stolz erzählte der Geistliche, dass er schon seit 50 Jahren Pfarrer in Steinbühl ist und den Pfingstritt vorbereitet. Eine besondere Ehre ist für ihn, dass Bischof Gerhard Ludwig Müller seit elf Jahren selbst mitreitet und die Prozession zu einer eucharistischen Prozession hoch zu Ross machte. Er selbst hält die Monstranz auf dem Pferd. Annemarie Mösbauer bedankte sich bei dem agilen Seelsorger für die interessanten und verständlichen Erklärungen und seine persönlichen Erzählungen. Vor der Heimfahrt durfte natürlich eine Brotzeit nicht fehlen. So machten die Ausflügler in Kötzting noch einmal Halt.
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