Sinkender Energiebedarf erfordert Anpassung - Ernährungswissenschaftlerin Sasja Mechthold gibt ...
Mit der "Tellerregel" fit bis ins hohe Alter

Ein besseres Leben im Alter ist für Ernährungswissenschaftlerin Sasja Mechthold (im Hintergrund) realisierbar, wenn bei Lebensmitteln die Qualität Vorrang hat. Beim Seniorentreff erfuhren die Teilnehmer, wie sich der ideale Speiseplan zusammensetzt. Bild: amö
Lokales
Winklarn
28.04.2015
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(amö) Gesund und fit zu bleiben bis in das hohe Alter, ist der Wunsch jedes Menschen. AOK-Ernährungswissenschaftlerin Sasja Mechthold welche Rolle die Nahrungsmittel dabei spielen.

Beim Seniorentreff Winklarn- Thanstein hatte Mechthold wertvolle Ratschläge parat, um möglichst lange gesund zu bleiben. Bei der Ernährung gebe es im Alter einige Veränderungen. Das Geschmacks- und Geruchsempfinden lasse nach, viele hätten weniger Durst. Dazu kämen Probleme beim Kauen, Verdauungs- und Schluckbeschwerden. Bewegungsmangel, Abbau der Muskel- und Knochenmasse, mehr Fettgewebe, verstärkt Diabetes, Osteoporose, Bluthochdruck und Gicht.

Da der Energiebedarf im Alter sinkt, der Nährstoffgehalt aber gleich bleibt, rät Sasja Mechthold dazu, weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Allerdings sollte dabei auf Mineralstoffe und Vitamine geachtet werden. Anhand der Ernährungspyramide erläuterte die Referentin die einzelnen Nahrungsmittelgruppen. Getreide als Vollkornprodukt liefere viele Ballaststoffe, mache satt und sei reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Obst und Gemüse stärke Herz, Kreislauf und Immunsystem, senke den Blutdruck und fördere die Verdauung. "Fünf Portionen über den Tag verteilt decken den Vitaminbedarf", riet Mechthold und empfahl saisonale und regionale Produkte. Auch Milchprodukte seien ein wichtiger Baustein in der gesunden Ernährung, sie liefern Eiweiß, Magnesium, Jod, Vitamine und Calcium. Einmal pro Woche Fisch, zwei- bis dreimal Fleisch und dreimal Wurst - das würde reichen. Die Ernährungsberaterin riet, pflanzliche Fette zu bevorzugen und als Brotaufstrich Butter in geringen Mengen zu verwenden.

Entscheidend ist für Mechthold aber auch das Trinken. Flüssigkeitsmangel führe zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und hemme die geistige Fitness. Bei der Auswahl der Getränke sollte auf kalorienarme oder kalorienfreie Produkte geachtet werden. Sie empfahl, zwei Liter gleichmäßig über den Tag zu trinken.

Mit der "Tellerregel" gab die Referentin einen Rat zur Verteilung der einzelnen Nahrungsmittel: die Hälfte für Gemüse und Obst, ein Viertel für Getreide, Kartoffel und Nudeln und ein Viertel für Milch, Fleisch, Fisch und Eier. Mit vier bis fünf kleinen regelmäßigen Mahlzeiten könne die Vielfalt leichter realisiert werden, die Verdauungsorgane würden entlastet. Ab und zu sei auch gegen eine "Ernährungssünde" nichts einzuwenden. Stimmen müsse eben die Grundeinstellung: mehr Qualität als Quantität.
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