Stefan Becher berichtet in der Grundschule über seine Erfahrungen als Blinder - Raffinierte ...
Lebensfreude trotzt dem Handicap

Stefan Becher macht den Schülern Mut: Nach einem Unfall vor 20 Jahren ist er erblindet, aber er hat sein Schicksal gemeistert. Bild: amö
Lokales
Winklarn
13.03.2015
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(amö) Eine besondere Unterrichtsstunde erlebten die Schüler der 3. Klasse, als Stefan Becher sie in der Thomas-Aquinus -Rott-Grundschule Winklarn/Thanstein besuchte. Vorausgegangen war im Heimat- und Sachunterricht die Thematik "Das Auge". Becher berichtete dazu über seine Erfahrungen und sein Leben als Blinder.

Alle warteten schon gespannt, als Stefan Becher in Begleitung der Klassenlehrerin Helga Höpfl das Zimmer betrat. Die Klasse begrüßte ihn zuerst mit einem Lied. In einer vorhergehenden Unterrichtsstunde hatten sich die Kinder Fragen überlegt, die sie dem Neunburger stellen wollten. Stefan Becher erzählte, dass er vor 20 Jahren durch einen Unfall sein Augenlicht verloren habe. Seitdem versuche er, möglichst selbstständig wie jeder andere zu leben.

Die Schüler wollten von ihm wissen, ob er sich das Essen selbst zubereiten kann, ob er alleine zum Einkaufen geht und wie er dort bezahlen kann. Sie waren sehr erstaunt zu hören, dass Becher in Neunburg sehr viel zu Fuß unterwegs ist. Es beeindruckte sie, wie er sich in der Stadt orientieren kann und dass das Schreinern sein großes Hobby ist. Für weitere Überraschung sorgten die verschiedenen Hilfsmittel, die Becher als Blinder besitzt und die er den Kindern zeigte, beispielsweise Würfel, Meterstab, Lineal, Spielkarten oder ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielbrett, alle mit tastbaren Punkten, die erfühlt werden können. Außerdem zeigte er den Schülern seinen Blindenstock und einen Lichtfinder, der ihm zum Beispiel die Lage eines Fensters anzeigt.

Besonders faszinierte die Schüler ein Farb-Erkennungsgerät, das dem Blinden die Farbe eines Kleidungsstückes mitteilt und das alle Kinder ausprobieren wollten. Nach zwei interessanten Schulstunden überraschte Stefan Becher die Schulkinder zum Abschied mit Süßigkeiten, die er in seiner selbstgeschreinerten "Schatzkiste" mitgebracht hatte. Auch die beiden Klassensprecher bedankten sich mit einem Geschenk, das er ertasten sollte. Am Ende waren alle davon überzeugt, dass Stefan Becher trotz seiner Behinderung Lebensfreude und Optimismus ausstrahlt.
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