Von der Biene bis zum Papier

Hans Hutzler zeigt die Waben seines Bienenstocks. Auch ein "Imker" im Schutzanzug war bei der Aktion der Blaskapelle Kunschir dabei. Bild: bej
Lokales
Winklarn
14.09.2015
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Großen Anklang verzeichneten zwei Aktionen im Ferienprogramm des Marktes Winklarn. Diese waren nicht nur unterhaltsam, sondern mit den Themen "Bienen" und "Recyclingpapier" auch sehr lehrreich.

Zur "musikalischen Tierwelt" hatte die Blaskapelle Kunschir im Ferienprogramm eingeladen. Jugendbeauftragte Susanne Hutzler begrüßte hierzu 27 Kinder im Probenraum, wo auch das Nachwuchsorchester einige Kostproben seines Repertoires gab. Zusammen mit einem "musikalischen Umzug" von immerhin 20 Bläsern, bewegten sich die Teilnehmer dann zum Anwesen von Hans Hutzler.

Dieser ist seit einem Jahr Neuimker und besitzt zwei Bienenstöcke. Die Kinder erfuhren viel Wissenswertes über diese nützlichen Tiere, über die verschiedenen Arten, deren Aufgaben und die Wintervorbereitungen. Als Honigproduzenten sind Bienen den meisten bekannt, doch sie liefern auch Wachs, bestäuben im Frühling die Blüten und kümmern sich um die Königin. Diese legt täglich Tausende von Eiern und wird von den Drohnen und Arbeiterinnen versorgt. Eine Biene hat lediglich eine Lebensdauer von 21 Tagen im Stock und 21 Tagen in der Natur. Die Kälte im Winter überleben sie nur durch ständiges Fächeln, womit versucht wird, eine konstante Temperatur von 37 Grad zu halten. Das ist nicht immer leicht und deshalb überlebt auch nur ein Bruchteil des Volkes.

Das typische Summgeräusch wurde anschließend beim Basteln von "Flugbienen" erzeugt. Außerdem vergnügten sich die Kinder bei der "Reise in den Bienenstock" und beim "Dosen-Bienenspiel" war Konzentration gefragt. Mit einer Wienersemmel und Getränken endete dieser lehrreiche Nachmittag mit Musik.

Eine weitere Aktion im Ferienprogramm hatte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Muschenried/Haag und die Feuerwehr Haag organisiert. Der Andrang dazu war mit 32 Kindern enorm - das Thema des Tages lautete: "Papier schöpfen".

Grundlage war die sogenannte "Pulpe", die bereits vorbereitet war. Nach einigen Erklärungen machten sich die "Papierschöpfer" ans Werk. Zunächst wurde die Pulpe mit Wasser in einem bestimmten Mischungsverhältnis verdünnt, dann tauchten die Kinder einen Schöpfrahmen (Holzrahmen, der mit Gitter bespannt ist) ein, drehten diesen und hoben ihn in waagerechter Position langsam heraus. Das Ganze wurde auf ein Vliestuch gestürzt, abgetupft, ein zweites Tuch darübergelegt und etwas mit dem Nudelholz bearbeitet, so dass das restliche Wasser herauslief.

Wer das Papier aufwerten wollte, konnte getrocknete Blütenblätter, Gräser oder Fäden einarbeiten oder es einfarbig zum Trocknen aufhängen. Den "letzten Schliff" erhielt das Papier, als es gepresst wurde - fertig war das Briefpapier. Doch auch weitere schöne Dinge hatte der Verein auf dem Programm. Kalligraphie, die Kunst des schönen Schreibens, wurde nach verschiedenen Vorlagen zunächst geübt. Als sich die Teilnehmer einigermaßen sicher waren, konnte eine Urkunde beschriftet werden - original mit einem Federkiel oder auch Kalligraphiestiften. Nebenbei lernten die Kinder etwas über die lange Tradition der Schönschrift, die zum Beispiel beim Abschreiben heiliger Texte zum Einsatz kam. Mit Papierspielen aller Art (wie Falten), Stadt-Land-Fluss, einem Quiz und einer Brotzeit (Pizza-Schnecken und Obstsalat) endete dieser informative und lustige Nachmittag.

Wie stellt man eigentlich eine Pulpe her? Aus alten Zeitungen oder Kartons werden kleine Papierschnitzel gemacht. In einer Schüssel werden diese mit heißem Wasser übergossen und dürfen über Nacht einweichen. Für farbiges Papier eine farbige Serviette beilegen. Am nächsten Tag mit einem Mixer pürieren - die entstandene Masse soll breiig sein.
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