Wo bleibt eure Nächstenliebe?

Beim Hochgebet versammelten sich die Eltern mit ihren Kindern um den Altar der Pfarrkirche St. Andreas in Winklarn. Bild: amö
Lokales
Winklarn
07.10.2015
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Die Pfarrei St. Andreas in Winklarn erlebte zum Erntedankfest einen ganz besonderen Gottesdienst mit Kolping-Diözesanpräses Stefan Wissel. Er hatte das Thema gewählt: "Jesus lädt alle ein und keiner bleibt draußen".

(amö) Sketche von Jugendlichen untermauerten die Situationen von Ausgestoßenen in der Gegenwart und auch schon im Alten Testament. Zur Einstimmung spiegelte ein Gespräch am Stammtisch die negative Haltung der Bevölkerung gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen wider. Doch der Pfarrer bringt sie alle zum Nachdenken und sie ändern ihre Meinung grundlegend: "Wenn des so is, dann miasma helfa".

Der große Hunger vor 3000 Jahren (Lesung nach Genesis) wurde pantomimisch gespielt. Ein Erzähler erläuterte die Handlung. Der Stammvater Jakob erfuhr, dass es in Ägypten Getreide gab, schickte seine Söhne dort hin um Getreide zu bitten. Die Söhne wurden für Spione gehalten und eingesperrt. Doch der Großaufseher erkannte seine Brüder, ließ sie frei und bewahrte sie vor dem Hungertod.

Auch das Evangelium, die Heilung eines Aussätzigen wurde gespielt. Hilferufend, mit Verbänden umwickelt und in Lumpen gehüllt betritt der Ausgestoßene die Kirche. Laute Stimmen, "rühr mich nicht an, steck mich nicht an" ertönten im Kirchenschiff. Schlagartig änderte sich Situation, als der Priester fragte: "Wo ist euere Nächstenliebe?" Die Kleinen der Mutter-Kind-Gruppe kamen mit ihren Eltern nach vorne und versorgten den "Geschundenen" und nahmen ihn mit in den Kirchenstuhl.

Zurück in der Gegenwart. Ein Soldat verkörperte die Kriegssituation in Syrien, im Sudan, im Irak oder in Eritrea. Hunger und Elend treiben die Menschen aus ihrer Heimat. In fernen Ländern, vor allem in Europa suchen sie Schutz. Obwohl sie die Sprache nicht verstehen suchen sie Schutz bei uns. Die Europäer merken, dass sie Brüder und Schwestern sind und Hilfe brauchen. Um diese Solitarität zu zeigen bringen die Kleinsten ihre Erntegaben zum Altar.

Beim Friedensgruß reichte jeder ganz bewusst dem Anderen die Hand, schaute ihn an und wünschte von Herzen den Frieden in Erinnerung an den Aussätzigen.
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