Olympia
"Der Bastl" zieht Boll mit durch

Bronze glänzt wie Gold: Am Mittwoch holten (von links) Timo Boll, Dimitri Ovtcharov und der Winklarner Bastian Steger die ersehnte Medaille im Tischtennis-Team-Wettbewerb. Am Donnerstag stand der Feier-Marathon an. Bild: dpa
Sport
Winklarn
18.08.2016
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Im Interview mit unserer Zeitung vor den Spielen hatte er natürlich von der Medaille geträumt. Dieses Gefühl von 2012 wollte er noch mal erleben. Und der Tischtennis-Profi aus der Oberpfalz erlebt derzeit dieses Gefühl noch einmal.

Rio/Winklarn. Auf einen Oberpfälzer ist halt Verlass. "Der Bastl hat mich heute voll durchgezogen." Timo Boll, Deutschlands Tischtennis-Ikone, sprach voller Hochachtung über seinen Doppel-Partner, der oft im Hintergrund steht. Boll hatte sich im Spiel um Bronze gegen Südkorea eine Nackenverletzung zugezogen, konnte sich kaum noch an der Platte richtig bewegen. Und es war gerade eine kritische Phase im Spiel. Als die Partie zu kippen begann, der 1:2-Rückstand drohte, riss Bastian Steger das Kommando an sich.

Der Tischtennis-Profi aus Winklarn (Kreis Schwandorf) gab nun die Richtung vor. Die südkoreanische Paarung Lee Sangsu/Jeoung Youngsik wurde noch mit 3:2 besiegt, der Grundstein für die spätere Bronzemedaille war gelegt. "Das war einfach überragend", schrieb Steger noch in der Nacht an unsere Sportredaktion. "Wir sind alle total happy." Boll, Dimitri Ovtcharov, Steger und Bundestrainer Jörg Roßkopf ließen es dann auch richtig krachen. "Ich glaube, wir waren hier im Deutschen Haus an jeder Bar", sagte der 35-jährige Oberpfälzer am Donnerstagmorgen schmunzelnd - und auch noch leicht übermüdet. Die zweite Bronzemedaille nach London 2012 musste gefeiert werden. Das Halbfinal-Aus gegen Japan war da schon lange Geschichte.

Beim Triumph in Rio live dabei waren auch Stegers Eltern Gerti und Hans. Und natürlich jubelte auch Freundin Katharina mit. Der Sportler war nach seinem großen Erfolg nur noch erleichtert. "Da fällt enorme Anspannung ab, die man seit Wochen und Monaten bei sich hat und die dann beim Turnier hier am größten ist. Jetzt fühle ich nur noch Freude und Erleichterung." Aber der Winklarner, der bei Olympia in allen Spielen überzeugt hatte und in der Weltrangliste vor ihm platzierte Spieler geschlagen hatte, hat nicht nur ein gutes Ball-, sondern auch Bauchgefühl: "Ich habe beim Aufstehen schon ein gutes Gefühl gehabt und dachte, das wird ein guter Tag."

Die nächsten Tage genießt er noch mit seiner Familie die ein oder andere Sportart in Rio. Ganz ohne Stress, ganz locker, als Fan. Am Donnerstag stand aber noch einmal ein Marathon auf dem Programm - Interviews und Auftritte bei Sponsoren. Große Termine stehen aber auch nach der Rückkunft an - die Winklarner planen wie schon 2012 einen großen Empfang für ihren olympischen Doppel-Medaillengewinner.

Ich glaube, wir waren hier im Deutschen Haus an jeder Bar.Bastian Steger
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