Olympia
Hattrick für Tischtennisprofi Bastian Steger

Sie strahlen goldig über die Bronzemedaille (von links): Bastian Steger, Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov schafften vor vier Jahren in London den Sprung aufs Treppchen. Auch in Rio soll es wieder Edelmetall für die Tischtennisprofis geben. Bild: dpa
Sport
Winklarn
03.08.2016
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In Rio nimmt der Oberpfälzer Tischtennisspieler an seinen dritten Olympischen Spielen teil. 2008 in Peking war er frustrierter Ersatzmann, 2012 strahlender Medaillengewinner. Und was wird 2016?

Düsseldorf/Winklarn. Gut möglich, dass Bastian Steger den ersten olympischen Höhepunkt verschläft. Hoch über dem Atlantik. Wenn am Freitagabend (brasilianische Ortszeit) die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eröffnet werden, sitzt der Tischtennisprofi aus Winklarn (Kreis Schwandorf) gerade im Flugzeug Richtung Brasilien. "Wir reisen erst später an", erklärt der Teilnehmer aus der Oberpfalz, "denn ansonsten wäre die Zeit vor dem Wettkampf zu lang." Steger kommt beim olympischen Team-Wettbewerb zum Einsatz, und der beginnt für die Tischtennisspieler erst in der zweiten Woche. Mit dem Oberpfälzer im Flugzeug sitzt Ersatzmann Patrick Franziska. Die Top-Spieler Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov sind bereits seit Ende Juli in Brasilien, da sie auch im Einzel (ab Samstag) starten.

Steger nutzt jetzt noch die Zeit im Bundesleistungszentrum Düsseldorf, um seinem Spiel den Feinschliff zu geben. Die letzten Tage lässt er es aber schon etwas ruhiger angehen. "Die Vorbereitung war doch sehr lang." Dass er die Eröffnungsfeier verpasst, stört den 35-Jährigen nicht allzu sehr. "Ich war vor vier Jahren in London auch nicht dabei", erzählt er, und danach war er sportlich umso erfolgreicher. Mit Boll und Ovtcharov holte der Winklarner im Team-Wettbewerb die Bronzemedaille. "Natürlich ist auch dieses Mal eine Medaille das Ziel", gibt er schon mal die Richtung vor. "Wir sind ja hinter den Chinesen auch an Nummer zwei gesetzt." Die Aufgabe sei aber heikel: "In London haben wir wirklich sehr gut gespielt." Gleichzeitig setzt er aber auf die internationale Erfahrung des Teams. Die drei sind durch Turniere auf allen Kontinenten gestählt. Zu toppen sei Rio aber nicht: "Auch wenn ich innerlich ganz ruhig bin und es nach außen nicht so aussieht: Olympia ist was ganz besonderes, das hat man nicht alle Tage."

Groß den Kopf über die Gegebenheiten vor Ort in Rio de Janeiro zerbricht er sich nicht. Stichwort: Zika-Virus. "Ich denke, wir müssen uns da nicht speziell schützen", sagt er. Er vertraut da bei der Vorsorge auch auf das Betreuerteam. Gespannt ist er, wie schon in London, wieder auf die Zeit im Olympischen Dorf. Auf den Erfahrungsaustausch mit Athleten aus anderen Sportarten, auf das bunte Leben mit Sportlern aus aller Welt.

Unterstützung und Anfeuerung am Zuckerhut bekommt Steger aus der Heimat. Seine Eltern und Freundin Katharina kommen nach Rio. Für die drei hat er in der Nähe des Olympiageländes eine Unterkunft gefunden. "Ich habe schon ein paar Tickets für sie organisiert." Für seinen Wettkampf, der am 17. August hoffentlich im Finale endet, und natürlich auch für andere Wettbewerbe. "Wir werden uns da sicherlich einige andere Sportarten anschauen."

Am 21. August geht's zurück nach Deutschland. Die Schlussfeier verpasst Steger auch. Aber er will ja ohnehin eher eine Medaille feiern.

Natürlich ist auch dieses Mal eine Medaille das Ziel.Bastian Steger
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