Stegers Weltreise
Winklarner Tischtennis-Profi bei der WM in Malaysia

Den Ball, die WM und natürlich auch Olympia im Visier: Tischtennis-Profi Bastian Steger aus Winklarn (Kreis Schwandorf) muss in Kuala Lumpur überzeugen, um Chancen auf Rio zu haben. Archivbild: dpa
Sport
Winklarn
25.02.2016
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Düsseldorf/Winklarn. Eine WM ist für jeden Sportler mit das Größte. In diesem Fall sind die Tischtennis-Weltmeisterschaften für Bastian Steger auch ein Wettbewerb, um sich zu empfehlen - für die Olympischen Spiele im Sommer in Rio. Der 34-jährige Profi aus Winklarn (Kreis Schwandorf), der in Düsseldorf trainiert und für Bremen spielt, ist zurzeit in bestechender Form und neben den Gesetzten Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll heißer Kandidat auf das dritte Olympia-Ticket. Bei der Team-WM ab Sonntag in Kuala Lumpur ist Deutschland allerdings geschwächt. Ovtcharov, Europas Nummer eins, sagte verletzungsbedingt ab. Im NT/AZ-Interview spricht Steger über die WM-Erwartungen, die Konkurrenz und das noch weit entfernte Karriereende.

Hallo Bastian, Sie jetten kreuz und quer durch die Welt zu Turnieren. Gibt es noch Fleckchen, wie vielleicht jetzt die WM-Stadt Kuala Lumpur, wo Sie noch nicht waren?

Steger: Wir kommen ziemlich viel in der Welt rum. In Kuala Lumpur bin ich aber tatsächlich noch nicht gewesen. Deswegen freue ich mich auf ein neues Land mit neuen Eindrücken.

Das deutsche Team ist bei der WM an Nummer zwei gesetzt. Ist aufgrund der Übermacht der Chinesen eigentlich Silber schon Gold?

Steger: Bei den letzten drei Weltmeisterschaften stand Deutschland im Finale. Deswegen hofft jeder auf ein erneutes Duell gegen China. Die Chinesen stehen schon so gut wie sicher im Finale. Wir müssen uns den Weg dorthin erst hart erkämpfen, und es wäre sicherlich ein großer Erfolg, wenn wir wieder im Endspiel stehen würden. Übrigens: Die Chinesen haben ihre letzte Niederlage vor 16 Jahren genau in Kuala Lumpur, damals gegen Schweden, erlitten.

Allerdings fällt mit Dimitrij Ovtcharov die deutsche Nummer eins aus. Wie sehr schmälert das die Chancen?

Steger: Das ist natürlich sehr schade und schon ein Verlust. Aber wir haben trotzdem eine sehr gute Mannschaft und können mit Sicherheit auch so eine Medaille holen.

Wie wichtig ist diese WM für Ihren Weg nach Rio?

Steger:
Die WM ist das letzte große Turnier, bei dem sich alle noch einmal beweisen können. Denn nach der WM wird für Olympia nominiert.


Wie gut stehen Ihre Chancen auf eine weitere Olympia-Teilnahme?

Steger: In den letzten Wochen habe ich wirklich gutes Tischtennis gespielt. Mit einer 17:5-Bilanz bin ich aktuell der beste Spieler der Bundesliga. Auch beim Europaranglisten-Turnier war ich im Viertelfinale und habe den Top-Ten-Spieler Marcos Freitas aus Portugal geschlagen. Ich hoffe, diese guten Leistungen werden honoriert werden und der Bundestrainer nominiert mich für Olympia. Denn auch das Doppel mit Timo Boll hat in London bestens funktioniert.

Bundestrainer Jörg Roßkopf sagt, er habe neun starke Männer. Der Kampf um die Rio-Tickets wird heiß. Junge Spieler drängen nach ...

Steger: Es gibt noch mehrere jüngere Spieler, die gerne nach Rio fliegen würden. Sicherlich würde man für jeden Spieler Argumente finden. Allerdings ist es entscheidend, auf den Moment top-fit zu sein und gut spielen zu können. Das ist vielleicht ein kleiner Vorteil, den ich gegenüber den jüngeren Spielern habe. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, wie es sich bei Olympia anfühlt und wie man mit Druck umgeht.

Roßkopf lobt bei Ihnen die Ruhe und Erfahrung. Gibt es aber noch etwas, was Sie mit fast 35 Jahren verbessern könnten?

Steger: Es gibt immer etwas zu verbessern. Tischtennis ist so eine komplexe Sportart, dass man sich stets weiterentwickeln muss.

Kürzlich beendete Jan-Ove Waldner, Superstar der früheren Jahre, seine Karriere. Im Alter von 50 Jahren. Da haben Sie als 34-Jähriger noch einiges vor sich ...

Steger: Jan-Ove war immer ein Vorbild für mich. Trotz seiner 50 Jahre spielte er immer noch unglaubliche Bälle. Vielleicht werde ich auch so lange spielen - vielleicht sogar noch länger.
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