berhard Suttner gibt Tipps für gelungene Kommunikation
Trommelfeuer und Goldwaage

"Den Gespräche-Fächer mit all seinen Facetten aufklappen und anwenden" war der Rat von Bernhard Suttner beim Vortragsabend. Bild: bej
Vermischtes
Winklarn
30.04.2016
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Wer nur jammert oder schimpft, vergrault den Gesprächspartner. Interesse weckt dagegen, wer viele Tonarten auf Lager hat. Bildungsreferent Bernhard Suttner vergleicht dieses Repertoire mit einem Fächer und liefert Tipps, wie man ihn aufklappen sollte.

-Muschenried. Über das Gespräch in Familie, Partnerschaft, Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, also über eine "alltägliche Selbstverständlichkeit, die aber oft genug zum Problem werden kann", referierte Bildungsreferent Bernhard Suttner aus Windberg beim Frauenbund Muschenried .

"Das Miteinander-Reden gilt gemeinhin als das wichtigste Mittel um Probleme zu lösen" führte der Referent aus, dennoch, so schränkte er ein, dürfe niemand die Augen davor verschließen, dass man nicht alle Probleme durch Kommunikation lösen kann: "So unangenehm das auch sein mag: Oft genug sind Taten statt Worte, also eine selbstkritische Verhaltensänderung der Konfliktpartner nötig!" Zur Pflege einer guten Beziehung zwischen Menschen gehöre jedoch unbedingt als Voraussetzung eine bewusste Gesprächskultur.

Das eine hänge mit dem anderen zusammen, meinte Suttner: "Das aufbauende Miteinander-Reden pflegt die Beziehung; umgekehrt gelingt in einer gut gepflegten Beziehung auch das Gespräch leichter." Wenn die Beziehung stimme, werde niemals jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, Konfliktgespräche würden verkraftet, Kommunikationsfehler verziehen. In einer belasteten Beziehung hingegen führten auch gut gemeinte Worte zu Missverständnissen.

Eröffnung prüfen


Der Referent gab einige Anregungen für eine Verbesserung der alltäglichen Gesprächskultur. So solle man sich einmal überprüfen, wie man zum Beispiel Familiengespräche "eröffne". Das übliche Ausfragen (Was war los? War eine Probe? Welche Note hast du bekommen?) oder auch die Rüge ("Kannst Du deine Schuhe nicht ordentlich hinstellen?") oder eine Anordnung ("Du kannst gleich den Geschirrspüler ausräumen und dann den Müll rausbringen!") seien denkbar schlechte Eröffnungen. Profis der Gesprächsführung würden für den Start immer Gesprächsformen wählen, die nicht belasten: Eine freundliche Begrüßung oder anerkennende Worte würden die Stimmung aufhellen. Sehr wichtig sei es, über einen "breiten Fächer der Gesprächsarten" zu verfügen. "Die meisten Menschen reden mit ihren engsten Partnern oft nur noch per Anordnung, das verdirbt auf Dauer die besten Beziehungen." Besonders schlimm sei es, wenn sich ein Mensch total auf eine einzige bevorzugte Gesprächsweise einenge: "Wenn man schon weiß, dass ein Mensch nur jammern, nur schimpfen, nur befehlen, nur ausfragen, nur negativ kritisieren oder auch nur Witze erzählen kann, dann ist das für die anderen kein begehrter Gesprächspartner sondern eine Belastung." Interessant werde der Kontakt mit einem Menschen erst durch die Vielfalt im Gespräch. Vor allem solle man sich darum bemühen, die "positiven Abteilungen des Gespräche-Fächers" wieder häufiger aufzuklappen: danken, sich für einen Fehler entschuldigen, Bemühungen und Leistungen anerkennen und loben, erzählen, Vorschläge machen, Ideen entwickeln, Meinungen und Überzeugungen ausdrücken.

Mehr Ich-Botschaften


Statt einer Du-Botschaft wie "Du kümmerst dich überhaupt nicht mehr um mich" empfiehlt Suttner eine Ich-Botschaft wie beispielsweise "ich hab's gern, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen". Er warnte vor einem regelrechten "Du-Botschaften-Trommelfeuer".

Sehr viel sei auch gewonnen, wenn Kritik oder Ärger ohne verletzende Herabwürdigung vorgebracht würde. Auf Sätze wie "Alles machst du falsch" sollte man deshalb besser verzichten. Abschließend betonte der Referent, wie wichtig das Zuhören ist und kritisierte vorschnelle Empfehlungen, die ein Gespräch blockieren können: "Wem zugehört wird, dessen Selbstbewusstsein wächst."
Die meisten Menschen reden mit ihren engsten Partnern oft nur noch per Anordnung, das verdirbt auf Dauer die besten Beziehungen.Bernhard Suttner
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