Die 99 Perlen des Imam

Die Schüler stellen sich nach der Besichtigung mit Imam Ibrahim Deniz (Mitte), Pfarrer Eugen Wismeth (rechts) und Lehrerin Annemarie Mösbauer (links) zum Erinnerungsbild auf. Bild: amö
Vermischtes
Winklarn
14.06.2016
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Im Islam beten Frauen und Männer getrennt. Das war nur eine Erfahrung, welche die Winklarner Grundschüler beim Besuch in der Schwandorfer Moschee machten. Eine weitere Station verstärkte das Unterrichtsziel: Respekt vor Menschen, die anders leben und denken.

Die Schüler der 3. und 4. Klasse der Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule Winklarn/Thanstein besuchten gemeinsam mit Pfarrer Eugen Wismeth und Lehrerin Annemarie Mösbauer eine Moschee in Schwandorf. Das Thema "Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen begegnen und kennenlernen" ist im Lehrplan der 4. Klasse verankert. Respekt und Wertschätzung vor andersdenkenden Menschen steht hier im Mittelpunkt. Diesen Besuch ermöglichte die Lehrerin Hülya Yalcin.

Der Imam Ibrahim Deniz begrüßte die Gäste und führte sie in den mit Teppichen ausgelegten Gebetsraum, der nur ohne Schuhe betreten werden darf (Männer und Frauen beten getrennt). Zu seiner Gemeinde gehören rund 500 Gläubige; regelmäßig kommt jedoch nur ein Fünftel zu den Gebetszeiten in die Moschee. Am Wochenende kommen rund 100 Kinder zum Koran-Unterricht. Der Vorbeter ging auf die fünf Säulen des Islams ein. Lautstark rief Ibrahim Deniz die Gläubigen zum Gebet, wie es in der Türkei von den Minaretten üblich ist und demonstrierte auch die Gebetshaltungen. Als Hilfe dient eine Perlenkette - ähnlich unserem Rosenkranz, jedoch mit 99 Perlen, die die 99 Namen Allahs verdeutlichen. Bereitwillig beantwortete der Iman die Fragen der Schüler. Ferdi Eraslan dolmetschte zwischen dem Iman und den Gästen. Als Sohn eines Gastarbeiters kam Ferdi Eraslan mit fünf Jahren nach Deutschland. Er besitzt einige Geschäfte, wurde bereits das zweite Mal in den Schwandorfer Stadtrat gewählt. Er fühlt sich als Schwandorfer und lebt den Islam. Im anschließenden Gespräch bei Plätzchen und Getränken stellte sich klar heraus, dass gläubige Islamisten jegliche Gewalt verachten und in Frieden mit anderen Menschen leben wollen, ebenso wie die Christen.

Für die Schüler war es ein sehr lehrreicher Vormittag, der so manche Vorurteile abbaute. Der Besuch der katholischen Kreuzbergkirche in Schwandorf rundete die Unterrichtsfahrt ab. Hier wurden die Unterschiede zwischen Kirche und Moschee noch einmal so richtig deutlich.
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