Ein Asket und seine Wunder

Die Bürger von Haag sind stolz auf ihr schmuckes Kirchlein, dessen Renovierung 2013 abgeschlossen wurde. Heute wird hier der Patroziniumgottesdienst gefeiert. Bild: bej
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Winklarn
24.09.2016
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Angeblich hat der Evangelist Matthäus einen toten Königssohn zum Leben erweckt. Nachprüfen lässt sich das nicht. In Haag hat er aber aus anderen Gründen einen guten Ruf.

-Haag. Am 21. September wird das Fest des Evangelisten Matthäus begangen. Auch die Ortschaft Haag, deren Kirche diesem Apostel geweiht ist, feiert traditionsgemäß ihr Patrozinium. Deshalb ist die Pfarrgemeinde zur Heiligen Messe zum Patrozinium heute um 19 Uhr in Haag herzlich eingeladen.

Geschenk Gottes


Der Mann, unter dessen Schutz die Haager Kirche steht, hieß ursprünglich Levi und war Zöllner in Kapharnaum am See Genezareth. Eines Tages sah Jesus ihn bei der Arbeit und sprach: "Levi, folge mir nach." Er wurde in die Gemeinschaft der Apostel aufgenommen und erhielt den Namen Matthäus, was im Hebräischen so viel wie "ein Geschenk Gottes" bedeutet.

Über das weitere Leben des Apostels liegen nur spärliche Informationen vor, hauptsächlich beschränken sich diese auf sein Wirken in Palästina, Äthiopien und Persien. 23 Jahre hindurch bekehrte er unzählige Heiden zum Christentum und begründete viele christliche Gemeinden. Mit Wundertaten machte er in Äthiopien auf sich aufmerksam. So soll er einen Königssohn vom Tode erweckt und die Königstochter vom Aussatz geheilt haben. Sein Leben war geprägt von der Askese, die Nahrung bestand aus Früchten, Kräutern und Wurzeln. Von seinem Tod erzählen unterschiedliche Berichte. Einerseits soll er ein friedliches Ende gefunden haben, andererseits wird von Steinigung oder Verbrennung erzählt. Die Kirche verehrt den Apostel jedenfalls auch als Märtyrer.

Verheerender Brand


Über die Kirche in Haag finden sich erstmals im Jahre 1828 urkundliche Eintragungen. 1827 wurde die damalige "Kapelle" erbaut, fiel jedoch bereits 1899 einem großen Brand zum Opfer, der auch neun Bauernhöfe der kleinen Ortschaft vernichtete. Eine Kirchensammlung in den Bezirken Oberpfalz und Oberbayern für die Brandgeschädigten (ehemaliger Brauch im Königreich Bayern) erbrachte mehr, als für den Wiederaufbau nötig war.

Das neue Gotteshaus wurde oberhalb der Vorgängerkirche errichtet und bereits 1926 erweitert. Als sich die Installation der Expositur Muschenried abzeichnete, trat Haag 1915 dem Expositurverein bei und die Kirche erhielt den Status einer Filialkirche. 1952 wurde ein neuer Hochaltar erworben, dessen Statue den heiligen Matthäus als Gelehrten mit einem Buch in Händen zeigt. Dies soll ihn als Apostel und Evangelisten ausweisen. Matthäus ist der Schutzheilige der Finanz- und Steuerbeamten, der Zöllner und Bankangestellten - seine ursprüngliche Tätigkeit ist also nicht in Vergessenheit geraten. Im Juli 2013 wurde das Kirchlein nach acht Jahren Renovierung feierlich eingeweiht.
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