Gerätehaus der Feuerwehr Winklarn eingeweiht
Sicherheitslücke ist geschlossen

Für die Ansprachen und die Segensfeier gab das neue Feuerwehrhaus in Winklarn eine eindrucksvolle Kulisse ab. Den Festgottesdienst zuvor hatte Pfarrer Eugen Wismeth in Konzelebration mit seinem Vorgänger Pfarrer Franz Winklmann zelebriert. Bilder: bej (3)
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Winklarn
08.05.2016
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In Begleitung von Feuerwehr-Mitgliedern und Bürgermeisterin Sonja Meier (links) durchschritt Pfarrer Eugen Wismeth die verschiedenen Räume und erteilte dem neuen Gerätehaus den kirchlichen Segen.

Dieser Tag markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Winklarn: Mit großem Aufgebot ist am Mittwoch das neue Gerätehaus eingeweiht worden. "Das Gesamtwerk kann sich sehen lassen", freute sich Bürgermeisterin Sonja Meier.

Der Festakt war verbunden mit der Ausrichtung des Florianstages, dem 15 Wehren beiwohnten. Ein langer Kirchenzug formierte sich am neuen Gerätehaus "Am Steinbruch" als die Kameraden des KBM-Bereiches 3/1 (Oberviechtach und Winklarn) und die Feuerwehr Rottendorf Aufstellung nahmen. Musikalisch angeführt von der Blaskapelle Kunschir beteiligten sich auch der Marktgemeinderat, die Landkreisfeuerwehrführung, viele Ehrengäste, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen sowie zahlreicher Bürger, die zum Neubau beigetragen hatten.

Sankt Florian ein Vorbild


Den Festgottesdienst in der voll besetzten Pfarrkirche St. Andreas feierte Pfarrer Eugen Wismeth in Konzelebration mit Vorgänger Pfarrer Franz Winklmann. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen des Kirchenchores unter der Leitung von Hans Bock. Pfarrer Wismeth beleuchtete die Legende des heiligen Florian: Dieser hatte einen "Notruf" von 40 gefangenen Christen erhalten, denen er helfen wollte freizukommen. Doch sein Plan flog auf und er wurde ertränkt. Sein Einsatz und seine Standhaftigkeit machen ihn zum idealen Schutzpatron für die Feuerwehr, stellte Wismeth fest. Der Geistliche würdigte deren Einsatzbereitschaft und bezeichnete es als Zeugnis christlicher Nächstenliebe "sich für Leben, Gesundheit, Haus, Wohnung, Hab und Gut anderer einzusetzen".

Im Anschluss erteilte Pfarrer Wismeth den verschiedenen Räumen des neuen Gerätehauses den kirchlichen Segen. Auch ein Floriansbild, eine Plakette und ein Kreuz wurden mit Weihwasser besprengt. Bürgermeisterin Sonja Meier bedankte sich bei Kommandant Peter Killermann für dessen beispielloses Engagement, seine Gattin Jasmin erhielt für ihre Unterstützung einen Blumenstrauß. Mit dem neuen Feuerwehrhaus sah die Bürgermeisterin eine Sicherheitslücke geschlossen. Das neue Haus sei zukunftsfähig.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl bedankte sich bei allen Beteiligten und lobte den guten Ausbildungsstand und die Motivation der Wehr. Er bezeichnete das neue Haus als "zweite Heimat", das auch soziale Funktionen erfülle. MdL Alexander Flierl (CSU) erinnerte an den Zuschuss des Freistaates Bayern in Höhe von 150 000 Euro und lobte dieses beeindruckende Gemeinschaftswerk. "Sie sind immer für uns da und verrichten einen Dienst, den sich der Staat nicht leisten könnte" meinte er im Hinblick auf das immense ehrenamtliche Engagement der Feuerwehr. "Der Zusammenhalt in Winklarn ist einzigartig" sagte Architekt Christian Schönberger im Hinblick auf die Eigenleistungen während der Bauphase. Er dankte Altbürgermeister Hans Sailer, unter dessen Amtszeit das Projekt bereits "Fahrt aufgenommen hatte." Er übergab symbolisch einen Schlüssel an die Bürgermeisterin, diese reichte ihn an Kommandant Killermann weiter und legte somit die Verantwortung für das Gebäude in dessen Hände.

Besondere Auszeichnung


Zum Abschluss des Festaktes erfuhr Peter Killermann noch eine besondere Auszeichnung. Er erhielt das Ehrenkreuz in Silber, das anlässlich besonderer Verdienste und Einsätze verliehen wird. Kreisbrandrat Robert Heinfling würdigte das Engagement des Winklarner Kommandanten und überreichte Urkunde und Ehrenkreuz. Ein geselliger Abend, den die Blaskapelle Kunschir umrahmte, setzte den Schlusspunkt unter die Feierlichkeiten.

Ein Projekt, bei dem viele zusammengeholfen habenDas alte Feuerwehrhaus wurde am 16. Mai 1965 eingeweiht, und exakt 50 Jahre später wurde das neue Haus bezogen. Die Notwendigkeit eines Neubaus hat die Politik bereits seit 2011 beschäftigt, erinnerte Bürgermeisterin Sonja Meier in ihrer Ansprache. Dabei dankte sie insbesondere Altbürgermeister Hans Sailer, einem langjährigen Weggefährten der Winklarner Wehr und treuem Begleiter während der Bauphase. Sie dankte den Nachbarn für das Verständnis für alle mit einer Baustelle verbundenen Unannehmlichkeiten. Ein Lob galt der guten Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Schönberger. Meier nannte auch alle am Bau beteiligten Firmen.

"Politik, Verwaltung und Feuerwehr - wenn alle an einem Strang ziehen, gelingt das Ergebnis" freute sie sich hinsichtlich des Engagements auch von Verwaltungsgemeinschaft, Privatpersonen und allen Feuerwehrkameraden. Kurz erinnerte sie an die chronologische Abfolge mit dem Abschluss des Architektenvertrages in 2011, ein Jahr später folgte die Festlegung des Standortes, der vorzeitige Maßnahmenbeginn wurde im Juni 2013 erteilt. Am 26. September 2015 erfolgte der Umzug in die neuen Räume.

Auch Zahlen gehören zu einem solch imposanten Projekt. Durch den Markt Winklarn wurden 734 000 Euro an Finanzmitteln aufgewandt, der Zuschuss von der Regierung der Oberpfalz betrug 150 000 Euro und ein Anteil von 116 000 Euro wurde allein durch Eigenleistungen erbracht. Sonja Meier nannte die beeindruckende Zahl von 6000 Stunden, in denen die Feuerwehrleute gewerkelt haben und sprach dafür nochmals ein herzliches Dankeschön aus. Sie schloss mit der Feststellung: "Dieser Bau ist eine Investition in die Zukunft unserer Marktgemeinde und in die Menschen, die für Sie, für uns und für mich ehrenamtlich an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag einsatzbereit sind." (bej)
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