Hans Bock hat beim Rundgang durch Winklarn viel zu erzählen
Reitschule am Schlosspark

Hans Bock (rechts) erklärt die Besonderheiten auf dem Kirchsteig zwischen Johann-Metzler-Straße und Schanz. Bild: amö
Vermischtes
Winklarn
14.09.2016
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Hans Bock lud die Familien im Ferienprogramm des Marktes zur mittlerweile 4. historischen Ortswanderung ein. Start war an der Mariensäule, wo Bock die historischen Straßennamen, wie Roigergasse, Zwickenbergl oder Brecherstraße bzw. Johann-Metzler-Straße erläuterte, die am Marktplatz beginnen. Er ging auf die Hausnamen ein, die oft abgeleitet werden von Vornamen, Berufen, ehemaligen Familiennamen und sogar von Spitznamen. So war der Broadhüter ein ehemaliger Angestellter der Herrschaft, der für das Brot zuständig war. Der Kellner leitet sich von einem Vorbesitzer ab und der Fuchsnbäck war Bäcker.

Weiter ging es dann zum alten Schulhaus. Fast nebenan befindet sich das Metzlerhaus in Richtung Haag. Dieses große Wohnhaus ist im Besitz der Katholischen Kirchenstiftung Winklarn, geerbt von Johann Metzler, dem letzten einer Lehrerdynastie, die bis auf das Jahr 1765 zurückgeht. Johann Metzler schuf für die Nachwelt bleibende Werke. Er schrieb die Geschichte des Marktes, plante und legte den Kalvarienberg eigenhändig an, baute die Lourdesgrotte neben der Kirche und goss die Bischof-Wittmann-Figur in der Wandnische des Hauses selbst. Seine ehemaligen Schüler brachten 1952 am Haus eine Gedenktafel an. Von hier aus führte Hans Bock die Zuhörer über den Kirchsteig zur Schanz. Hinter einem Hügel, der neben einem Graben aufgeschüttet war, konnten sich die Bewohner der Sackgasse verschanzen bzw. schützen. Dann ging es wieder zurück zur Johann-Metzler-Straße, die bis 1952 Brecherstraße hieß. Dieser Name geht auf das frühere gräfliche Flachsbrechen zurück, auch der Name Brecherweiher. Vorbei an der gräflichen Gärtnerei, die bis 1962 von Gärtner Ostermeier betrieben wurde, führte der Weg durch die Reitschule bis zum Kindergarten. In der Allee an der östlich Grenze des Schlossparks wurden früher Reitturniere der Herrschaft abgehalten, daher der Name. Über das Pletzngaßl (hinter dem Kindergarten) führte der Weg zur Hütgasse, der heutigen Bahnhofstraße zurück zum Marktplatz. Eine Einkehr in der Konditorei Plecher rundete den Rundgang ab, an dem leider nur sehr wenige teilnahmen.
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