Kräuterexpertin weiß um die Heilkraft der Pflanzen
Vielseitig gegen Unheil

Mit Hilfe eines Trocknungskastens können empfindliche Kräuter konserviert werden.
Vermischtes
Winklarn
02.08.2016
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Monika Ermer (Mitte) weiß, woher das Seifenkraut, das ihr in diesem Bild bis zur Hüfte reicht, seinen Namen hat: Die Pflanze wurde früher ins Wasser gelegt, um dann mit dieser Lauge empfindliche Gewebe zu waschen. Bilder: bej (2)

Kräuter gelten als sanfte Medizin. Und sanft sollten auch diejenigen vorgehen, die sie sammeln. Expertin Monika Ermer empfiehlt ohnehin eine "Unkraut-Ecke" für den eigenen Garten.

-Schneeberg. "Wenn einer ein Dutzend Kräuter kennt und deren Wirkung, so kann er unendlich vielem Unheil vorbeugen, er kann verhüten, dass Krankheiten an ihn herankommen." Trotz Pflanzenforschung und moderner Medizin gilt diese Aussage von Sebastian Kneipp noch immer. Den Lehren dieses Kräuterexperten und Phyto-Therapeuten, dem wir das bekannte Gesundheitskonzept mit den fünf Elementen Ernährung, Bewegung, Wasser, Lebensordnung und Heilpflanzen verdanken, hat sich auch Monika Ermer aus Schneeberg verschrieben.

Start im Garten


Als ausgebildete Kursleiterin für Heilpflanzenkunde bietet sie in den Sommermonaten kurze Wanderungen an, in denen die Vielfalt der Heilkräuter in der Region erkundet wird. Kompetent und leicht verständlich gibt sie Auskunft über Pflanzen, die "uns begegnen", über deren Wirkungsweise und Art der Anwendung. Der Rundgang startete im Garten der Fachfrau, der natürlich mit einer großen Auswahl an Heilkräutern aufwarten kann. Monika Ermer machte den Teilnehmern klar, dass Heilkräuter fast immer in mehrere Richtungen wirken. So findet Thymian Einsatz bei Erkältungen, kann aber auch im Magen-Darm-Bereich und bei Hautbeschwerden verwendet werden.

Sehr interessant war die Demonstration des selbst gebauten Trocknungskastens, dessen Funktionsweise sie erklärte. Bestückt mit mehreren Rosten kann er zum schonenden Trocknen empfindlicher Kräuter verwendet werden. Als Tee, Gewürz, Salbe, Wickel- oder Badezusatz - Pflanzen sind vielseitige Helfer für Gesundheit und Wohlbefinden.

Beim Rundgang um die Schneeberger Flur gab es auch wichtige Tipps für das richtige Kräutersammeln. So sollte man Abstand halten von gespritzten und gedüngten Wiesen oder Feldern und beim Pflücken behutsam vorgehen, zum Beispiel eine Schere verwenden. Wichtig sei es auch, vorsichtig zu sammeln und nicht unnötig Flächen zu zertrampeln. Eindringlich appellierte die Kräuterfachfrau, einen Teil der Pflanzen stehen zu lassen, nur so könnten die Arten erhalten werden. Generell biete sich das Sammeln an trockenen Tagen an, am besten am späten Vormittag oder am frühen Nachmittag. Und wirklich nur die Menge, die tatsächlich verarbeitet werden kann, sollte auch gepflückt werden. Übrigens können sämtliche Heil- und Wildkräuter auch über spezielle Gärtnereien bestellt werden.

Für "Unkrautecke"


Nicht zuletzt brach die Expertin eine Lanze für eine "Unkrautecke" im Garten, das könne eine echte Bereicherung sein. Und zum Schluss erinnerte Monika Ermer noch daran, dass geschützte Pflanzen nicht gesammelt werden dürfen.

Wenn einer ein Dutzend Kräuter kennt und deren Wirkung, so kann er unendlich vielem Unheil vorbeugen, er kann verhüten, dass Krankheiten an ihn herankommen.Sebastian Kneipp


Kräuter und ihre WirkungBrennnessel : Sie ist nach der Kneipp'schen Lehre für Rheumakranke empfehlenswert. Die schmerzenden Gelenke können mit dem frischen "Unkraut" abgerieben werden. Die getrockneten Blätter verwendet man als Tee bei leichteren Blasenentzündungen und auch bei rheumatischen Beschwerden.

Holunder: Mit den getrockneten Blüten kann eine Frühjahrskur in Form eines Blutreinigungstees gemacht werden. Auch bei Erkältungskrankheiten ist ein Tee aufgrund der schweißtreibenden und schleimlösenden Wirkung empfehlenswert.

Weißdorn: Der Tee aus Blättern und Blüten normalisiert die Blutdruckverhältnisse und reguliert die Herztätigkeit.

Zinnkraut: Gut einsetzbar nach Prellungen, aber auch zur Durchspülung der Harnwege bei Entzündungen.

Salbei: Als Tee für Hals- und Rachenentzündungen anwendbar, allerdings auch bei Magen-Darm-Beschwerden. Salbei zählt zu den "basischen" Kräutern und kann deshalb gegen eine Übersäuerung des Körpers helfen. (bej)
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