Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder gibt beim Kriegerverein Tipps zum Einbruchschutz
In acht Sekunden aufgehebelt

Vermischtes
Winklarn
09.12.2015
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Oft reicht ein Schraubenzieher, und nicht immer klirrt Glas: Einbrecher können mit wenigen Handgriffen in Wohnungen eindringen. Die Mitglieder des Kriegervereins wappnen sich jetzt mit Know-how gegen dreiste Eindringlinge.

/Muschenried. "In Deutschland wird alle drei Minuten ein Einbruch verübt. Außerdem spielt es keine Rolle mehr, ob die Täter in der Stadt oder auf dem Land zuschlagen." Mit dieser alarmierenden Information wartete Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder zu Beginn seines Vortrages über Einbruchschutz bei einer Informationsveranstaltung der Krieger- und Soldatenkameradschaft Muschenried/Haag auf.

Vorsitzender Josef Wutz stellte den Referenten vor, der die Landkreise Amberg und Schwandorf betreut. Zwar sind die Zahlen hinsichtlich von Einbrüchen im Moment rückläufig, doch dieses Thema sei nach wie vor aktuell. Der Referent stellte klar heraus, dass den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch psychische Folgen häufig mehr zu schaffen machen, als der Schaden hinsichtlich Bargeld oder Schmuck. Doch die Erfahrung der Polizei zeigt auch, dass durch richtiges und aufmerksames Verhalten der Nachbarn oft Einbrüche verhindert werden können.

Beratung kostenlos


Kriminalhauptkommissar Sennfelder stellte sich als Beratungsbeamter vor, der neben dem Abhalten von Vorträgen auch Häuser besichtigt und die Eigentümer zum Einbruchschutz berät. Die Beratung ist kostenlos und jederzeit möglich über die Polizeiinspektion Amberg. Einbrüche werden oft tagsüber verübt, nämlich zu Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeiten sowie am frühen Abend oder am Wochenende.

In einem Video wurde auf schockierende Weise demonstriert, wie mittels eines Schraubenziehers innerhalb von acht Sekunden ein Fenster aufgehebelt wird. Beim Thema technische Sicherheit ging der Experte auf Zusatzschlösser, Türspaltsperren und auch Mehrfachverriegelungen ein. Einsteckschlösser, Schutzbeschläge und auch Querriegel-Schlösser können nachgerüstet werden. Auch Nebeneingangstüren sollten über den gleichen Sicherheitsstandard wie der Haupteingang verfügen. Der fachgerechte Einbau ist dabei Grundvoraussetzung.

Bei Neu- und Umbauten sind geprüfte einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren mindestens der Widerstandsklasse (RC) zwei ratsam. Anhand von Anschauungsmaterial präsentierte Wolfgang Sennfelder einbruchhemmende Fensterbeschläge und aufschraubbare Nachrüst-Sicherungen. Ein abschließbarer Fenstergriff alleine reiche nicht aus. Auch Fenstergitter und einbruchhemmende Rollläden würden Widerstand leisten, sehr effektiv seien Alarmanlagen. "Hier sollte aber vor Installation mit der Polizei Rücksprache gehalten werden", stellte er klar.

Aufhebeln sehr häufig


68 Prozent der Einbrüche werden laut Sennfelder per Aufhebeln verübt, lediglich bei 12 Prozent kommt es zum Glasbruch. Der Fachmann hatte auch Erfreuliches zu berichten: 446 Einbrüche wurden im Vorjahr durch aufmerksame Zeugen verhindert. Mit einem Hinweis auf die "goldenen Verhaltensregeln" (siehe Info-Kasten) beschloss Sennfelder den Abend und stellte sich den Fragen der Zuhörer.

Diesen Informationen schloss sich ein kleiner Kameradschaftsabend an, den Wolfgang Krämer auf der Quetschn musikalisch begleitete.
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