Muschenried feiert das Kirchenpatrozinium
St. Stephanus als Kirchenpatron

Das Altarbild in der Muschenrieder Kirche St. Stephanus zeigt den Heiligen mit weit ausgebreiteten Armen und offenem Himmel. Bild: bej
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Winklarn
23.12.2015
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"St. Stephanus sei uns Vorbild, hilf uns glauben im Wandel der Zeit." So wird in der Muschenrieder Expositurkirche St. Stephanus immer am 2. Weihnachtsfeiertag, gleichzeitig Tag des Kirchenpatroziniums, gesungen.

-Muschenried. Das Stephanuslied spiegelt den Mut des Heiligen wider, der allen Gegnern zum Trotz, seinen Glauben und seine Meinung vertrat und dadurch dem Tode durch Steinigung entgegen schritt.

Stephanus lebte als jüdischer Christ in Jerusalem und war zusammen mit anderen von der jungen Gemeinde zum Diakon ernannt worden. Besonders zeichnete er sich durch seine außergewöhnliche Redegewandtheit aus, was zu einem enormen Anstieg seiner Anhängerschar führte. Aber er betreute auch die Armen und von der Gesellschaft Benachteiligten und beeindruckte durch "Reinheit und Freigebigkeit."

Flammende Rede


Berufen vor den Hohen Rat, der die Anschuldigungen wegen seiner Lehre prüfen sollte, hielt er eine leidenschaftliche Rede. Diese umfasste die Entwicklung der jüdischen Geschichte von den Patriarchen bis zu Moses, über die Propheten bis hin zu Jesus. Schließlich klagte er die Halsstarrigkeit des auserwählten Volkes an, weil es die Gnadenführung Gottes nicht erkennen wollte. Sehr bekannt ist sein Ausruf: "Ich sehe den Himmel offen", der auch auf dem Altarbild der Muschenried Kirche zu finden ist. Die Juden stießen ihn zur Stadt hinaus, das Gericht wurde nicht mehr angerufen und die Lynchjustiz nahm ihren Lauf.

Patron vieler Länder


Stephanus war der erste Zeuge, der für Christus den Martertod auf sich nahm, deshalb die Bezeichnung Erzmärtyrer. Die dann einsetzende Christenverfolgung zerstreute die Mitglieder der jungen Gemeinde in alle Himmelsrichtungen, das Wort Christi wurde aber weiterhin verbreitet. Bekannte Bildnisse und Darstellungen sind in vielen Hauptstädten Europas zu finden.

Der heilige Stephanus ist Patron von vielen Ländern und Orten und der verschiedensten Gewerbe, wie Kutscher, Pferdeknechte, Schneider und Zimmerleute. Er wird angerufen bei Kopfweh, Seitenstechen und ähnlichen Leiden. Wie eingangs erwähnt, ist der Heilige der "älteste und patroziniumsgeschichtlich hervorragendste Pferdepatron".

An seinen Festtag werden in manchen Gegenden deshalb Umritte vorgenommen. In der Expositur Muschenried sind alle Gläubigen am Samstag, um 10 Uhr, zum Festgottesdienst eingeladen.
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