Schauen, riechen und fühlen

Die Grundschüler freuten sich über den Unterricht in freier Natur. Kräuterexpertin Monika Ermer (hinten, Zweite von links) hatte den Workshop "Vielfalt erleben" vorbereitet. Bild: amö
Vermischtes
Winklarn
09.06.2016
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Beim Workshop "Vielfalt entdecken" wanderten die Grundschüler zunächst über eine Wiese und inspizierten auch die Linde am Schulhof. Kräuterexpertin Monika Ermer ließ sich aber noch viel mehr einfallen, damit die Kinder künftig mit offenen Augen durch die Natur gehen.

Zum Projekttag "Vielfalt entdecken" der zweiten und dritten Klasse war die Kursleiterin für Heilpflanzenkunde, Monika Ermer, an der Grundschule zu Gast. Sie widmete sich den Wild- und Heilkräutern in der natürlichen Umgebung der Schule und gliederte den Workshop in fünf Abschnitte.

Kräuter auf der Wiese


Als erstes machten sich die Schüler mit der Expertin und den beiden Lehrkräften Christine Schneider und Renate Schneider auf zu einer Wiesenexkursion. Sie sollten heimische Wild- und Heilkräuter kennenlernen. Hier galt es schauen, riechen, schmecken und fühlen, bevor die einzelnen Pflanzen abgeschnitten wurden und in einem Korb ihren Platz fanden.

Besonderes Augenmerk richtete die Gruppe auf die markante und gesunde Linde mitten auf dem Pausenhof. Von alters her hat die Linde schon große Bedeutung. Man traf sich unter der Linde, Lindenblütentee war ein wichtiges Heilmittel bei Erkältung und Lindenblüten sind für Bienen besonders wichtig auf ihrer Nahrungssuche. Monika Ermer ging bei der Wanderung auch auf Verhaltensregeln in der Natur ein. Zurück an der Schule wurden die Buben und Mädchen in vier Gruppen eingeteilt, um die gesammelten Kräuter, ihre Verarbeitung und ihre Verwendung näher kennenzulernen. Jeder Schüler durfte alle Gruppen durchlaufen.

Renate Schneider ging in ihrer Gruppe besonders auf die Beschreibung der einzelnen Pflanzen ein. Alle wichtigen Merkmale wie Standort, Aussehen, Größe, Erntezeit und der Name wurden auf Pflanzensteckbriefen mit Bildern festgehalten und dokumentiert. Pflanzen in Blumentöpfen erleichterten die Arbeit. Heilwirkung und die Verwendung der einzelnen Pflanzenteile beleuchtete Rektorin Christine Schneider. Frisch können Blüten und Blätter als Salat verzerrt werden. Getrocknet finden die Kräuter meistens Anwendung als Tee. Am besten sammelt man die Kräuter bei Sonnenschein, getrocknet werden sie jedoch nicht in der prallen Sonne. Besonders beliebt sind Teemischungen (wie Lindenblüten, Holunderblüten und Hagebutten, gesüßt mit Löwenzahnsirup oder Honig bei Erkältung). Anhand von Pflanzensteckbriefen durften die Schüler die verschiedenen Heilwirkungen zuordnen.

Salben angerührt


Monika Ermer widmete sich in ihrer Gruppe dem Stellenwert der Kräuter früher und heute. Viele Produkte werden damit verfeinert oder gewürzt. Für die vielen Fertigprodukte mit Kräutern ist ein konventioneller Anbau notwendig, eine Nische für so manchen Landwirt. Teetrinken mit dem Bestimmen der verschiedenen Geschmacksrichtungen durfte damit nicht fehlen. Dazu motivierte eine Kräutergeschichte. Maximilian Ermer, der Sohn der Referentin, stellte mit seiner Gruppe Cremes her. Jedes Kind rührte in einem kleinen Gläschen den Grundstock einer Salbe. Mit verschiedenen Pflanzendüften erhielt das Grundrezept seinen individuellen Geschmack und sein besonderes Aroma. Stolz präsentierten die kleinen Apotheker ihre pflegenden Salben.

Die Kräuterexpertin beschränkte sich in ihrem Workshop auf folgende Pflanzen um die Kinder nicht zu überfordern: Frauenmantel, Brennnessel, Spitzwegerich, Schafgarbe, Gänseblümchen, Gänsefingerkraut, Thymian und Linde. "Nur was man kennt, das schätzt man und was man schätzt, das schützt man auch", sagte Ermer. Die Rektorin bedankte sich für die kindgerechte und aufwendige Vorbereitung des Workshops.
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