VdK macht sich stark für Barrierefreiheit
Das "Armutszeugnis" überwinden

Kreisvorsitzender Siegfried Pöll (rechts) und zweite Vorsitzende Klara Schoierer (links) ehrten Johann und Evi Schwendner für 25 Jahre Treue zum VdK-Ortsverband. Bild: bej
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Winklarn
29.04.2016
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"Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht", forderte Kreisvorsitzender Siegfried Pöll bei der Jahreshauptvesammlung des VdK Muschenried. Er stellte dazu Fakten in den Raum, die jedermann angehen.

/Muschenried. 60 Mitglieder zählt der VdK Muschenried, dessen Jahreshauptversammlung im Cafe Schuhmacher abgehalten wurde. Vorsitzende Evi Schwendner erinnerte in ihrem Rückblick an die Aktion "Helft Wunden heilen" und dankte Klara Schoierer, Walter Rückerl und Johann Schwendner für die Mithilfe. Ältere Mitglieder, die an der Weihnachtsfeier nicht teilnehmen konnten, wurden vorab von Klara Schoierer und Evi Schwendner besucht und erhielten ein kleines Geschenk. Außerdem fanden zehn Sprechstunden mit durchschnittlich zwei bis drei Beratungen statt.

Ehrennadeln überreicht


25 Jahre beim Verein - ein Jubiläum, das gewürdigt werden muss. Evi Schwendner, Anneliese Röhrl und Johann Schwendner halten dem VdK-Ortsverband bereits ein Vierteljahrhundert die Treue und wurden dafür mit einer Ehrennadel und einer Urkunde ausgezeichnet.

"Weg mit den Barrieren" heißt die aktuelle Kampagne des VdK, die sich umfassende Barrierefreiheit in Bund, Ländern und Kommunen auf die Fahnen geschrieben hat. "Es gelingt den Menschen auf den Mond zu fliegen, aber dass im Jahre 2016 viele Menschen die drei Meter in den ersten Stock nicht selbstständig überwinden können, ist ein Armutszeugnis für unsere hochentwickelte Gesellschaft" stellte Referent Siegfried Pöll klar heraus. Ob nun ältere Person mit Rollator, eine Frau mit Kinderwagen oder ein Mensch, der vorübergehend auf Krücken angewiesen ist, ganz zu schweigen vom Rollstuhlfahrer, den unüberwindbare Stufen stoppen. Auch Menschen mit Hör- oder Gehbehinderung oder Lernschwierigkeiten stünden oft vor unüberwindlichen Hindernissen.

"Barrierefreiheit ist für 10 Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für weitere 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent der Bevölkerung komfortabel" resümierte Siegfried Pöll. Im Artikel 9 der UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnete die Bundesregierung die Umsetzung der Barrierefreiheit, was einer rechtlichen Verpflichtung gleich komme. "Endlich handeln" lautet deshalb der Aufruf des VdK an die Politik in Bund, Ländern und Kommunen. Denn finanzieller Spielraum sei gegeben, wurde doch erst im Januar ein historischer Haushaltsüberschuss in Höhe von 12,1 Milliarden Euro durch Finanzminister Schäuble verkündet, und auch der Freistaat Bayern sei sehr gut aufgestellt, so der Referent.

"Reformgeist"


Siegfried Pöll wiederholte die langjährigen Forderungen des VdK: Anhebung des Spitzensteuersatzes für Top-Verdiener, Wiedereinführung der Börsenumsatzsteuer und der Vermögenssteuer, Verhinderung von Steuerflucht und Steuerhinterziehung. "Leider ist vom erhofften Reformgeist hinsichtlich der Barrierefreiheit bis dato wenig zu spüren" bedauerte der Redner und verwies auf die Ankündigung von Ministerpräsident Seehofer, dass Bayern bis 2023 vollständig barrierefrei sein soll.

Abschließend forderte er dazu auf, die Kampagne zu unterstützen, und dafür in den Dialog mit Bürgermeistern, privaten Anbietern, Gaststätten- und Hotelbesitzern und Einzelhändlern zu treten. Auch beim VdK-Protestbarometer könne man sich beteiligen. Mit dem Aufruf "Gemeinsam werden wir Barrieren beseitigen" schloss er und verwies auf eine entsprechende Internetseite.

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Weitere Informationen:

www.weg-mit-den-barrieren.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Jahreshauptversammlung (966)VdK-Ortsverband (29)
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