VdK will bei Umbau keine Ausreden mehr gelten lassen - Mitglieder geehrt
Bequemer ohne Barriere

Hans Bock, Siegfried Fichtinger und Walter Nodes (mit Urkunde, von links) wurden für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet. Dazu gratulierten Vorsitzender Alfons Fuchs (links) , Zweite Bürgermeisterin Maria Baumer (Zweite von links), Vorstandsmitglieder und Kreisvorsitzender Siegfried Pöll (rechts). Bild: bej
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Winklarn
11.10.2016
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Die Ehrung treuer Mitglieder, gemütliche Oktoberfeststimmung aber auch mahnende Worte des Kreisvorsitzenden Siegfried Pöll bestimmten die Jahresversammlung des VdK Winklarn/Kulz.

Vom 83 Mitgliedern zählenden Ortsverband hatten sich 19 Personen im Gasthaus Simmerl zur Zusammenkunft eingefunden. Vorsitzender Alfons Fuchs dankte den Vorstandsmitgliedern, "denn die Ausübung eines Ehrenamtes ist keine Selbstverständlichkeit mehr". Ein besonderes Dankeschön richtete er an die treuen Mitglieder Walter Nodes, Hans Sailer, Hans Bock, Siegfried Fichtinger und Alois Schöberl. Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten sie eine Urkunde und eine Anstecknadel des VdK.

Stellvertretende Bürgermeisterin Maria Baumer betonte, dass der VdK der Verband mit den bundesweit meisten Mitgliedern ist. Sie bescheinigte kompetente Beratung und lobte die sichere Anlaufstelle für die sozial Schwachen der Gesellschaft.

635 000 Mitglieder zählt der Sozialverband in Bayern, was bedeutet, dass mehr als fünf Prozent der bayerischen Bevölkerung Mitglied sind. Mit diesen aussagekräftigen Zahlen eröffnete Kreisvorsitzender Siegfried Pöll seine Ausführungen. "Am VdK als stärksten Sozialverband kommt einfach keiner so leicht vorbei." Damit zielte er auf die jüngsten Erfolge des Verbandes ab. Das zweite Pflegestärkungsgesetz und das Präventionsgesetz seien hierfür gute Beispiele. "Weg mit den Barrieren" ist das Motto der aktuellen bundesweiten Kampagne. Barrierefreiheit sei ein Menschenrecht, so der Referent. Trotzdem werde eine große Zahl von Menschen jeden Tag an der Teilhabe an der Gesellschaft und am öffentlichen Leben eingeschränkt. "Eine Stufe, eine Treppe, ein fehlender Handlauf oder eine nicht behindertengerechte Toilette können Barrieren auch für Nichtbehinderte darstellen." Ob nun Menschen mit motorischer Einschränkung, mit Lernschwierigkeiten, Hör- oder Sehbehinderung - Barrierefreiheit sei für 10 Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel.

Seit 2002 gilt in Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz, welches zur Schaffung einer barrierefreien Lebensumwelt verpflichtet. "Wir lassen deshalb keine Ausreden mehr gelten, die Politik in Bund, Ländern und Kommunen muss endlich handeln." Für einen finanziell gut aufgestellten Freistaat und eine Bundeskasse mit historischem Haushaltsüberschuss sollte also die Finanzierung kein Problem sein, meinte Pöll. Er nannte folgende Forderungen des Verbandes: Verkehrsanlagen, öffentliche Verkehrsmittel, Informations- und Kommunikationsmedien müssen für alle zugänglich sein. Für die Durchsetzung der Barrierefreiheit brauche es verbindliche Fristen, Kontrollen und Sanktionen sowie die entschiedene finanzielle Förderung von Bund und Ländern. Ein Appell zum Mitmachen bei der Kampagne beschloss den informativen Teil. Mit Kirwaküchl, einer deftigen Brotzeit und der musikalischen Umrahmung vom Franz Lacher mit seiner Quetschn klang der Nachmittag gesellig aus.

Barrierefreiheit ist für 10 Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel.VdK-Kreisvorsitzender Siegfried Pöll
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