Vortrag über Lebensmittelunverträglichkeit
Weglassen ist keine Lösung

Monika Bösl (rechts) bedankte sich abschließend bei Silke Gulder für den sehr informativen Vortrag. Bild: amö
Vermischtes
Winklarn
16.11.2016
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Die Toleranzgrenze ermitteln. Das gilt auch für einige Lebensmittel. "Lactose, Fructose und Gluten" lautete das Thema eines Vortragsabends beim Frauenbund.

Die Frauenbundvorsitzende Monika Bösl konnte zahlreiche Gäste zum Vortrag "Wenn essen Bauchweh macht. Lebensmittel-Unverträglichkeiten durch Lactose, Fructose und Gluten" begrüßen. Die Diplom-Trophologin Silke Gulder vom Verbraucherservice Bayern informierte über Diagnosen und Lebensmittelauswahl.

Unverträglichkeiten seien keine echten Allergien, bei denen das Immunsystem beteiligt ist, stellte diese klar. Die Diagnose könne nicht immer beim Arzt abgeklärt werden, denn Selbstkontrolle spiele dabei eine große Rolle. Ein vorsorglicher Verzicht auf gewisse Nahrungsmittel sei nicht sinnvoll, riet die Referentin, denn so würden dem Körper wertvolle Nährstoffe fehlen.

Bei Fruktosemalabsorption könne die Fruktose (Fruchtzucker) nicht ausreichend im Dünndarm aufgenommen werden und gelange in den Dickdarm, wo sie zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall führe. Mit Hilfe eines Wasserstoff-Atemtestes könne der Arzt eine Diagnose stellen. Fruktose stecke vor allem in Obst, Säften und Honig. Ein genereller Verzicht auf diese Nahrungsmittel sei jedoch nicht sinnvoll, da dann Vitamine und Mineralstoffe fehlen würden. Mit Hilfe einer persönlichen Ernährungsberatung könne die Toleranzgrenze ermittelt werden. Fett und Eiweiß in einer Mahlzeit verlangsamen die Verdauung und so die schnelle Aufnahme in den Darm. Auch regelmäßige Mahlzeiten unterstützen die Arbeit des Darmes. Von Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Xylit oder Mannit riet die Referentin ab.

Ähnlich ist es auch bei Lactoseintoleranz. Die Lactose (Milchzucker) kann im Dünndarm nicht oder nicht ausreichend aufgespalten werden. Das dafür zuständige Enzym Lactose fehlt oder seine Aktivität nimmt im Laufe des Lebens ab. Der unverdaute Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm und verursacht Blähungen, Krämpfe und Durchfall. Eine klare Diagnose bringt wieder ein Wasserstoff-Atemtest beim Arzt. Wie viel Laktose vertragen wird, sei unterschiedlich. Die Toleranzgrenze müsse im Rahmen einer persönlichen Ernährungsberatung geprüft werden. Zwecks Mangelerscheinungen beim Weglassen der Milchprodukte bestehe die Möglichkeit, das Enzym Laktose als Medikament einzunehmen, um laktosehaltige Lebensmittel besser zu vertragen.

Bei Glutensensitivität sei ebenfalls die Abklärung durch den Arzt notwendig. Dieser müsse die Immun-Erkrankung Zöliakie ausschließen. Dies geschieht durch einen Bluttest und eine Dünndarmbiopsie. Bei einem positiven Ergebnis sei der lebenslange Verzicht auf Gluten unbedingt notwendig. Diese sind in fast allen Getreidesorten enthalten; glutenfrei sind Reis, Hirse, Mais, Buchweizen, Gemüse, Obst und tierische Lebensmittel. Als Tipp gab die Referentin, weizenhaltige Lebensmittel zu reduzieren oder ganz zu streichen und stattdessen mehr Gemüse und probiotische Produkte auf den Speiseplan zu setzen. Logos und die Zutatenlisten würden beim Einkauf helfen, die richtigen Produkte zu finden.

Monika Bösl bedankte sich abschließend bei der Referentin für den sehr informativen Vortrag.
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