Winklarner Heimatfest
Alte Heimat nie vergessen

Am Kalvarienberg befindet sich das Heilige Grab mit der handgeschnitzten Christusfigur, die der Heimatverein gestiftet hat. Bilder: bej (2)
Vermischtes
Winklarn
22.04.2016
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Die Gedenktafel am Metzler-Haus wurde in Zusammenwirken mit der Landsmannschaft München Oberlehrer Johann Metzler gewidmet.

Die Heimat verlassen und sich in der Fremde eine Existenz aufbauen: Etwas anderes blieb vielen Oberpfälzern nicht übrig, als sie in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen keine Perspektive sahen. Einen kleinen Trost in der Anonymität der Großstädte boten die Heimatvereine.

Geht der Blick zurück auf die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, so finden sich, bedingt durch wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, besonders arme Regionen in der Oberpfalz. Großstädte wie München oder Nürnberg lockten dagegen mit Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Der Nachteil lag in der Anonymität und Unüberschaubarkeit der Städte. Kontakt zu Gleichgesinnten, die bei Wohnungs- und Arbeitssuche behilflich waren und auch ein "Stückchen Heimat" darstellten, war geradezu notwendig. Aus dieser Situation heraus entstanden die Heimatvereine mit Sitz in München und Nürnberg. Ihr 95-jähriges Bestehen feiert die Landsmannschaft München heuer am 5. Juni; damals hoben 63 heimattreue, in München lebende Landsleute aus Winklarn und Umgebung den Verein aus der Taufe. Zweck der Gründung war und ist auch heute noch die Geselligkeit. Traditionen und insbesondere die Verbindung zur Heimat sollen gepflegt werden. Später kam es zur Gründung übergeordneter Arbeitsgemeinschaften mehrerer Heimatvereine. Diese veranstalten zum Beispiel die Nordgautage (alle zwei Jahre stattfindende Festwochen), bedeutende Jubiläen oder Festgottesdienste.

Bekannt im Hofbräuhaus


Sehr bekannt ist die "Oberpfälzer Sitzweil" im Festsaal des Hofbräuhauses, die traditionell am zweiten Sonntag im November abgehalten wird. Auch Abordnungen aus der alten Heimat sind dabei. So war Winklarn im Jahre 1998 an der Gestaltung einer Festwoche beteiligt. Vertreten waren damals unter anderem die Blaskapelle Kunschir und der Winklarner Kirchenchor. Der damalige Pfarrer BGR Josef Preßl zelebrierte den Festgottesdienst. Anschließend boten die Winklarner ein bunt gemischtes Zwei-Stunden-Programm. Natürlich gab und gibt es eine rege Kontaktpflege mit Winklarn, wo man die Mitglieder der Landsmannschaften gerne zu Heimattreffen und Festlichkeiten willkommen heißt. Heute besteht der Verein aus 93, davon 27 in Winklarn, lebenden Ehrenmitgliedern. Die Vorstandstätigkeit übt Hans Held seit nunmehr 36 Jahren aus, Schriftführerin ist Berta Held. Beide wurden für Engagement im Jahre 2010 ausgezeichnet.

Der Heimatverein Winklarn und Umgebung mit Sitz in Nürnberg wurde am 12. Januar 1936 in den Humboldt-Sälen in Nürnberg gegründet. Die Standarte des Vereins erhielt 1964 in der Pfarrkirche Winklarn die feierliche Weihe. Außergewöhnlich lang war Richard Ruff Vorsitzender, von 1936 bis 1967. Seit 1976 steht Adolf Pregler der Vereinigung vor: Das sind vier Jahrzehnte aktive Kontaktpflege mit der Heimat.

Bei Heimatfest dabei


Die Vereinigung begeht jetzt ihr 80-jähriges Bestehen und feiert das beim großen Heimatfest in Winklarn vom 12. bis 16. Mai, gleich mit. Trotz ihres inzwischen hohen Alters sind die Mitglieder, die auch in Winklarn Spuren hinterlassen haben (siehe Infokasten), recht aktiv - und den gesteckten Zielen treu geblieben.

Zum GedenkenSchon in den frühen Jahren des Bestehens pflegte der Münchner Heimatverein einen regen Kontakt zur Marktgemeinde. Anlässlich der Einweihung des Kalvarienberges im Jahre 1935 stiftete die Landsmannschaft einen handgeschnitzten Christus für das Heilige Grab. Auch eine Gedenktafel am Metzler-Haus in Winklarn wurde bei einem Heimattreffen angebracht. Diese ist dem verstorbenen Oberlehrer Johann Metzler gewidmet, der die erste Chronik des Marktes Winklarn verfasste. Von landsmannschaftlicher Gesinnung geprägt ist das Schriftstück dem Heimatverein gewidmet. (bej)
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