Winklarner lösen am Sonntag das Gelübde von 1635 ein
Schutzheiliger für Seuchen

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Winklarn
12.01.2016
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Die Statue des heiligen Sebastian verlässt für rund zwei Wochen ihren angestammten Platz. Dieser befindet sich rechts an der Südwand des Altarraums in der Pfarrkirche St. Andreas in Winklarn.

Die Winklarner lösen am Sonntag, 17. Januar wieder ihr Gelübde ein, das sie 1635 gemacht haben. In dieser Zeit herrschte auch in Winklarn - wie in vielen anderen Orten - die Pest. Mangelnde Hygiene tat ihr Bestes zur Verbreitung des "Schwarzen Todes", wie die Pest oft genannt wurde. Innerhalb von zwei Wochen starben 229 Menschen. Tief verwurzelt im Glauben sahen die Leute nur noch Hilfe im Gebet. So schickten sie Bittrufe zum heiligen Sebastian, er möge sie doch von dieser Pein befreien. Zum Dank versprachen sie, alle Jahre einen feierlichen Gottesdienst mit Prozession an seinem Namenstag zu feiern. Sebastian erhörte das Gebet und in Winklarn wird seitdem das Sebastianifest begangen.

Sebastian gilt als Patron vieler Berufe und auch als Schutzheiliger gegen Pest und Seuchen wurde und wird er besonders verehrt. Der Legende nach war er Hauptmann unter Kaiser Diokletian Ende des dritten Jahrhunderts. Er verheimlichte seinen Glauben am Hof. Als der Kaiser davon erfuhr, ließ er Sebastian an einen Baum binden und mit Pfeilen erschießen. Daher kommen die Darstellungen mit Sebastian am Baum gebunden mit Pfeilen im Körper.

Der Gemarterte wurde für tot gehalten und an der Hinrichtungsstelle liegen gelassen. Eine Frau namens Irene nahm sich seiner an und pflegte ihn gesund. Als er sich wieder erholt hatte, trat er öffentlich vor den erstaunten Kaiser und wandte sich gegen die Sinnlosigkeit der Christenverfolgung. Daraufhin ließ ihn der Kaiser zu Tode peitschen und in einen Abwasserkanal werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina und zeigte ihr im Traum den Ort, wo er lag. Sie holte ihn heraus, um ihn in einer Katakombe zu bestatten.

Der Festgottesdienst, mit Ruhestandspfarrer Helmut Süß aus Eschenbach als Prediger, findet am Sonntag, 17. Januar, um 10 Uhr statt. Die musikalische Umrahmung liegt in den Händen des Kirchenchores und der Blaskapelle Kunschir. Alle kirchlichen und weltlichen Gremien und Vereine der Marktgemeinde sowie alle Sebastiani-Verehrer aus nah und fern sind willkommen.
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