Bürgerversammlung
Mehr Geburten in Altendorf

Bürgermeister Georg Köppl informierte in seinem Re-chenschaftsbericht über die Vorgänge in der Gemeinde.
Politik
Altendorf
25.03.2018
97
1
 
Bürgermeister Georg Köppl informierte in seinem Re-chenschaftsbericht über die Vorgänge in der Gemeinde.

Der demografische Wandel scheint, zumindest derzeit, in der Gemeinde gestoppt zu sein. Waren in den letzten Jahren die Einwohnerzahlen stetig rückläufig, so bleiben sie momentan zumindest konstant. Die Geburten sind sogar angestiegen. Die Gemeinde braucht weiteres Bauland, damit sich junge Familien ansiedeln können.

In seinem Rechenschaftsbericht, unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation, informierte Bürgermeister Georg Köppl über die Vorgänge in der Gemeinde im letzten Jahr. Der Gesamthaushalt der Gemeinde belief sich im letzten Jahr auf 1 724 000 Euro. Neben den Grundsteuern waren der Einkommensteueranteil, die Schlüsselzuweisungen und die Investitionspauschale die bedeutendsten Einnahmen. Erfreulich sei auch der Anstieg der Gewerbesteuer.

Bei den Ausgaben standen die Kreisumlage und die Personalausgaben ganz oben, gefolgt von der VG-Umlage. Erfreulicherweise konnte der Schuldenstand in den letzten beiden Jahren erneut weiter abgebaut werden und liegt aktuell bei nur mehr 765 000 Euro. Dadurch mindert sich auch die Zinslast deutlich.

Die Abwasseranlage und das Klärwerk laufen komplett kostendeckend. Anders sieht es jedoch beim Kindergarten aus. Hier lag der ungedeckte Bedarf im letzten Jahr bei 65 Prozent. Die Gemeinde musste daher etwa 140 000 Euro beisteuern. "Doch diese Investition sind uns die Kinder schon wert" hob der Bürgermeister deutlich hervor. Auch bei den Friedhöfen lag die Kostendeckung bei nur gut 60 Prozent.

Rücklagen und Schulden

Bedingt durch die verschiedenen großen Straßenbau-maßnahmen der letzten Jahre, gab es im letzten Jahr ei-ne bauliche Verschnaufpause. Trotzdem erfolgten einige Investitionen. Für die Feuerwehren wurde, zusammen mit der Gemeinde Guteneck, eine Schlauchwasch- und Druckprüfanlage und für den Bauhof ein neues Streugerät für den Winterdienst beschafft.


Außerdem fielen für den Ausbau der Gemeindestraße bei Dürnersdorf und die Sanierung der Brücke in Willhof Planungskosten von 29 000 Euro an. Die Erneuerung des Schöpfwerks in der Kläranlage und der Austausch einer Pumpe kosteten 16 000 Euro. Die Grundstockeinlage für die Flurneuordnung Fronhof belief sich auf 24 000 Euro. Dieser Betrag wird, nach Abschluss der Maßnahme, vom ALE wieder erstattet. Ferner fiel für die Breitbanderschließung der auswärtigen Orte die erste Rate über 141 551 Euro an. Weiter wurden Kredittilgungen über 120 000 Euro geleistet und die Rücklagen aufgestockt, hob Köppl hervor. Die Rücklagen betrugen zum Jahresende 225 000 Euro.

Sorgen bereiten dem Bürgermeister immer noch die Einwohner- und Geburtenzahlen. Wenngleich momentan die Geburten etwas angestiegen sind, im letzten Jahr wurden acht Kinder geboren, so waren es 2016 nur zwei Kinder. 2010 besuchten die Grundschule noch 50 Kinder, derzeit sind es nur mehr 29. Ähnlich ist es im Kindergarten. Vor einigen Jahren waren hier noch über 50 Kinder, jetzt werden noch 29 betreut.

Derzeit sind beide Einrichtungen zwar nicht in Gefahr, doch werden sie auch künftig noch Bestand haben? "Deshalb brauchen wir unbedingt junge Leute die bei uns in der Gemeinde bleiben oder sich hier ansiedeln damit es wieder mehr Kinder gibt", gab Köppl zu verstehen. Auch die Einwohnerzahlen waren anhaltend rückläufig. Zählte die Gemeinde 2008 noch 950 Einwohner so waren es zum Jahresende nur mehr 879.

Bauland notwendig

Um hier Abhilfe zu schaffen, sind dringend weitere Bauplätze erforderlich. In der Markfeldersiedlung stehen nur noch zwei Bauplätze zur Verfügung. Nach einer Befragung im letzten Jahr, wären allerdings im Ortsbereich Altendorf noch über 20 Parzellen an verschiedenen Stellen verfügbar, doch besteht keine Abgabebereitschaft. Der Bürgermeister appellierte daher an die Besitzer dieser Grundstücke, im Interesse der weiteren Ortsentwicklung, den Bauwilligen die vorhandenen Parzellen zu verkaufen, um jungen Familien das Bauen zu ermöglichen.

Die Gestaltung der Ortsmitte ist zunächst wieder offen. Hier muss erst abgewartet werden, ob Altendorf durch die Neugestaltung des Pfarrgebietes durch die Diözese, wieder zum Pfarrsitz wird. Erst danach können die Planungen weiter verfolgt werden.

Der Bürgermeister gab auch einen aktuellen Sachstandsbericht zum Dorfladen, der nach vier Jahren eigentlich immer noch zu wenig angenommen wird. "Wir schreiben auch keine schwarzen Zahlen. Deshalb brauchen wir mehr Umsatz. Es liegt daher an allen Bürgern, ob der Dorfladen weiter bestehen kann", mahnte Köppl und rief alle auf, hier verstärkt einzukaufen. Erst wenn es den Laden nicht mehr geben sollte, weiß man, was man gehabt hätte.

Kritische Töne

Kritik übte Köppl über die willkürlichen Müllablagerungen beim Friedhofscontainer und beim Glascontainer. Weiter verdross ihn die unerlaubte Einleitung von Hygieneartikeln oder Wäscheteilen in die Abwasseranlage. Dadurch werden die Pumpwerke zerstört, was jedes Mal einige Tausend Euro kostet. Jeder Mitbürger muss dies durch die Erhöhung der Kanalgebühren eigentlich wieder mit finanzieren. Für die Bauhofmitarbeiter ist es zudem keine erfreuliche Arbeit, den "Dreck" wieder herauszuholen.
1 Kommentar
200
Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 28.03.2018 | 11:11  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.