85 Prozent Förderung
Grünes Licht für Flurneuordnung

Baudirektor Werner Bachseitz erläuterte die Instrumente der Ländlichen Entwicklung und ging auf die Ziele des Verfahrens detailliert ein. Da ein breiter Konsens zur Flurneuordnung besteht, wird das Verfahren am 12. Dezember durch das Amt angeordnet. Bild: haa
Vermischtes
Altendorf
06.12.2016
22
0

Für einen rentablen Maschineneinsatz in der Landwirtschaft sind große Wirtschaftsflächen eine Voraussetzung. Die Zusammenlegung zersplitterter Grundstücke und die Erschließung mit gut ausgebauten Wegen senken Arbeitszeiten und Betriebskosten. Die Landwirte aus Fronhof und Siegelsdorf können davon profitieren.

Nach einer Vorbereitungszeit von zweieinhalb Jahren wurde für die Flurneuordnung in Fronhof und Siegelsdorf bei einer weiteren Aufklärungsversammlung eine positive Entscheidung getroffen. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) wird die Flurneuordnung nun am 12.Dezember anordnen.

Baudirektor Werner Bachseitz erläuterte bei der Versammlung auch die Instrumente der Ländlichen Entwicklung und ging auf die Ziele ein. So werden die Grundstücke nach Bodenordnung und den naturräumlichen Gegebenheiten für eine zeit- und ressourcensparende Bewirtschaftung neu geordnet, frisch vermessen und abgemarkt. Kataster und Grundbuch werden ebenfalls aktualisiert. Das Wegenetz wird nach den neuen Gegebenheiten hin ergänzt und neu ausgerichtet.

Das Verfahrensgebiet umfasst 241 Hektar und besteht aus 479 Flurstücken, die 75 Besitzern gehören. Um künftig eine optimale Bewirtschaftung zu ermöglichen, wird angestrebt, entsprechend große Schläge zu bilden. Dazu ist es notwendig, die Anzahl der Flurstücke auf nahezu 175 zu verringern. Bei der letzten Versammlung wurde auch das Wegenetz schon grob erstellt. So konnte das Amt bereits eine Finanzplanung ausarbeiten. Die Gesamtkosten des Verfahrens sind mit 1 381 100 Euro angesetzt. Da die Teilnehmer gut ausgebaute Wege mit hoher Tragfähigkeit bevorzugen, entfallen allein auf den Wegebau bereits 971 000 Euro. Der finanzielle Vorteil der Neuordnung der Grundstücke variiert je nach Betriebsstruktur zwischen 192 bis 276 Euro pro Hektar und Jahr.

85 Prozent Förderung

Die Flurneuordnung wird vom Freistaat Bayern mit 75 Prozent gefördert. Das Verfahren Fronhof dient der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILE). Durch den ILE-Bonus erhöht sich die Förderung um weitere zehn Punkte. Die Teilnehmer haben daher nur eine Eigenleistung von 15 Prozent zu erbringen, was gerundet 1250 Euro pro Hektar beträgt. Nach etwa sechs bis sieben Jahren haben sich die Kosten bereits amortisiert, rechnete Stahr vor. Bei langfristiger Verpachtung gibt es zudem einen Nachlass von 50 Prozent.

Nach dem Flurbereinigungsgesetz ist jeder Teilnehmer für seine Grundstücke unter Berücksichtigung der vorgenommenen Abzüge mit Land vom gleichen Wert, abzufinden. Die Wertermittlung selbst erfolgt durch neutrales Personal. Der Baurat gab weiter die Zeitschiene für den weiteren Ablauf des Verfahrens bekannt. Ab nächstem Jahr bis 2020 erfolgen die Planungen und die Genehmigungen. Wenn alles optimal läuft, könnte 2020 schon die Wegebauphase beginnen und 2022 bereits die vorläufige Besitzeinweisung erfolgen.

"Schritt für die Zukunft"

Nach Behandlung aller anberaumten Themen standen aus den Reihen der 40 anwesenden Landwirte keine offenen Fragen mehr an. Baudirektor Bachseitz sah vielmehr einen breiten Konsens und einen einheitlichen Willen zur Flurneuordnung. Das Amt sieht nun die Möglichkeit, den langgehegten Wunsch der Landwirte zu erfüllen. Dank galt Landschaftsarchitekt Gottfried Blank für die Planungsarbeiten und die Moderation sowie allen Beteiligten für die rege Mitarbeit. Das Verfahren wird am 12. Dezember angeordnet.

Auch Bürgermeister Georg Köppl freute sich offenkundig, dass diese einmalig Chance der überaus günstigen Förderung genutzt wurde. "Das war ein entscheidender Schritt für die Zukunft" betonte das Gemeindeoberhaupt.

Vorstandswahl im FrühjahrBaurat Martin Stahr wies bei der Versammlung darauf hin, dass der Vorstand im ersten Quartal kommenden Jahres gewählt wird. Aus dem Bereich Fronhof werden ihm drei Mitglieder und aus Siegelsdorf zwei Mitglieder angehören.

Bei der ersten Vorstandssitzung werden zudem der örtliche Beauftragte, der Wegebaumeister sowie der Pflanzmeister bestimmt. Die wesentlichen Aufgaben des Vorstandes sind die Wahrnehmung gemeinschaftlicher Angelegenheiten, die Herstellung der gemeinschaftlichen Anlagen und deren Unterhalt sowie die Festsetzung und Aufbringung der zu leistenden Beiträge. Hinzu kommen die Wertermittlung der alten Grundstücke, Verhandlungen zur Neugestaltung des Verfahrensgebietes und die Bestimmung des Beitragsmaßstabes. (haa)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.