01.09.2017 - 20:00 Uhr
AltendorfOberpfalz

Den Einkauf im Dorf lassen

Der Dorfladen in Altendorf ist nicht mehr wegzudenken. Täglich kommen zwischen 80 und 120 Leute zum Einkaufen - pro Jahr sind es rund 33 000. Diese Zahlen sind seit der Eröffnung im April 2014 ziemlich stabil. Aber dennoch gibt es eine große Sorge: Der Dorfladen schreibt noch immer keine schwarzen Zahlen.

Der Dorfladen Altendorf setzt vor allem auf regionale Produkte, Qualität und Frische. Bild: Köppl
von Georg Köppl Kontakt Profil

Zur Stillen Gesellschafterversammlung des Dorfladens konnte Geschäftsführer Georg Köppl 40 der 95 Anteilseigner begrüßen. Er blendete zurück auf die Anfänge und die Umbaumaßnahmen in der damaligen Sparkassen-Filiale, in die die Gemeinde rund 9000 Euro investiert hat. Neben den Einlagen der Stillen Gesellschafter war eine 30 000-Euro-Förderung des Bundesfamilienministeriums quasi das Startkapital.

Hohe Fixkosten

In Ladeneinrichtung und Geschäftsausstattung (von der Theke über den Tiefkühlbereich bis hin zur Klimaanlage) wurden 52 000 Euro investiert. Derzeit sind fünf Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter in Teilzeit bzw. auf 450-Euro-Basis im Dorfladen beschäftigt. Köppl betonte, dass der Dorfladen mit einem Jahresumsatz von deutlich über 200 000 Euro auch ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor ist und wohnortnahe Arbeitsplätze bietet.

Zur Kostenstruktur führte der Geschäftsführer aus, dass die monatlichen Fixkosten von rund 6000 Euro für Löhne, Sozialabgaben, Miete Versicherungen und Strom recht beachtlich sind. Vor allem die hohen Stromkosten für Thekenbereich, Kühlanlagen und Klimaanlage schlagen zu Buche. Man sei stets bestrebt, die Kosten zu minimieren und bei den Lieferanten die besten Konditionen heraus zu handeln. So sei es beispielsweise bei Stromkosten durch den Wechsel der Anbieter gelungen, die Kosten gegenüber den Anfangsmonaten nahezu zu halbieren.

Neben den Markenprodukten der Edeka-Handelskette und der Milchunion setzt der Dorfladen auf regionale Produkte und Lieferanten. Hier reicht die Palette von heimischen Nudeln und Müslis über Kartoffeln, Eier und Honig bis hin zu Bauernbutter und Spirituosen aus der Umgebung. Im Vergleich der Jahre stellte Köppl fest, dass die Jahresumsätze kaum auseinandergehen und auch die Kundenzahlen ziemlich stabil sind. Gleiches gilt für die durchschnittlichen Einkaufszahlen pro Kunde. Allerdings ist es seit der Eröffnung noch nicht gelungen, die "schwarze Null" zu schreiben. Man sei diesem Ziel zwar so nahe wie noch nie, aber der Durchbruch sei noch nicht gelungen. Negative Zahlen könne sich der Dorfladen auf Dauer nicht leisten, und jeder könne sich vorstellen, dass die Verluste die Einlagen der Gesellschafter "auffressen". Man habe sich zum Ziel gesetzt, jetzt so schnell wie möglich in die Gewinnzone zu kommen. Wenn dies nicht gelingt, müsse man am Jahresende ernsthaft über Konsequenzen nachdenken.

"Der Dorfladen kann unter Mithilfe aller dauerhaft bestehen, aber dazu müssen alle an einem Strang ziehen", betonte der Geschäftsführer. Das Minus könne nur durch eine Umsatzsteigerung ausgeglichen werden. Köppl appellierte an die Bürger, noch mehr im Dorfladen einzukaufen: "Es liegt an uns Bürgern, diesen Laden aufrecht zu halten." Köppl wandte sich besonders auch an die Leute, die bis dato nicht im Dorfladen eingekauft haben: "Denken Sie um, kaufen Sie lokal ein und überzeugen Sie sich von unserer Produktpalette und den moderaten Preisen."

Mehr Lebensqualität

Beim Einkauf im Dorfladen werde man schnell feststellen, dass die Meinung "Groß ist billig, klein ist teuer" ins Reich der Märchen gehöre. "Der Dorfladen hat alles, was Sie für das tägliche Leben brauchen, was der Dorfladen nicht hat, brauchen Sie auch nicht", ermunterte der Geschäftsführer zum regelmäßigen Einkauf im Dorfladen. Durch den Dorfladen habe sich die Lebensqualität deutlich gesteigert, gerade auch für Mitbürger, die nicht so mobil sind, und auch für Neubürger sei der Dorfladen ein wichtiger Standortfaktor.

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