Struktur für die Forstwirtschaft

Für eine zeitgemäße Bewirtschaftung und Pflege der Wälder ist eine bedarfsgerechte Erschließung mit ausgebauten Forstwegen notwendig. Die meisten Wege sind, wie auf unserem Bild, zu schmal und wegen dem fehlenden Unterbau, nur bei trockenem Wetter befahrbar. Bild: haa
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Altendorf
19.12.2016
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Für eine nachhaltige und sachgemäße Bewirtschaftung und Pflege der Wälder und deren Bewahrung vor Schäden ist eine bedarfsgerechte und naturschonende Erschließung notwendig. Im Rahmen der Flurneuordnung für Fronhof und Siegelsdorf wird auch der Ausbau des Schmalzbrunnenweges angestrebt.

Der Bau eines Waldweges für die Region "Schmalzbrunnen" wurde von einigen Waldbesitzern bereits vor längerer Zeit angeregt. Diesbezüglich wurde bei der Jagdgenossenschaft auch schon eine Versammlung mit der Forstbehörde abgehalten. Doch dann wurde die Absicht nicht mehr weiter verfolgt.

Nachdem nun durch die Flurneuordnung Fronhof, im Bereich Gemeindezell, die neuen Wege bis zum Waldrand gebaut werden, ist die Idee des "Schmalzbrunnenweges" erneut aufgegriffen worden. Revierförster Fritz Reichert erläuterte, bei einer sehr gut besuchten Informationsversammlung, die Anlage des beabsichtigten Waldweges für diese Region.

70 Prozent Förderung

Zeitgemäße Waldwege bezeichnete er als eine unverzichtbare Voraussetzung für naturnahe Forstwirtschaft und vorsorgenden Waldumbau. Sie erleichtern die standortgerechte Nutzung und Pflege der Wälder durch bessere Erreichbarkeit der Waldgrundstücke für den Besitzer, für moderne Holzerntemaschinen und den Abtransport durch die Fahrzeuge sowie für Rettungskräfte. Der Waldwegebau kostet Geld. Doch der Freistaat Bayern stellt, wegen des öffentlichen Interesses, seit 1963 für den Bau von Forstwegen erhebliche Fördermittel bereit.

Derzeit werden die Netto-Baukosten mit 70 Prozent bezuschusst. Der Schmalzbrunnenweg wird etwa 1 500 Meter lang. Dafür werden Baukosten von 75 000 Euro angesetzt. Die Nettobaukosten betragen 63 000 Euro und werden mit 44 200 Euro gefördert. Der Eigenanteil der Beteiligten beträgt daher nur mehr 30 800 Euro. Bei einer Erschließungsfläche von 36 Hektar, entspricht das 855 Euro pro Hektar, rechnete Reichert vor.

Bei einem 80-jährigen Fichtenbestand mit etwa 25 000 Euro Bestandswert liegt der Eigenanteil bei etwa 3,5 Prozent. Eine Refinanzierung ist möglich durch einen Trassenaufhieb oder eine Durchforstung. Der Revierförster stellte auch die finanziellen Vorteile gegenüber. So wird durch die bessere Zufahrt eine Wertsteigerung der Grundstücke von bis zu 3 000 Euro pro Hektar erreicht sowie eine Senkung der Holzerntekosten. Weiter sind die Hauptwege grundsätzlich ganzjährig Lkw- befahrbar.

Breiter Konsens für Bau

Soweit es realisierbar ist, erfolgt der Bau der Wege auf den vorhandenen Erdwegtrassen und entlang der Grundstücksgrenzen. Die Forstwege sind vier Meter breit und dürfen nur für den forstwirtschaftlichen Betrieb benützt werden. Nach Möglichkeit sollte der Waldweg vor der Flurneuordnung angelegt werden, damit die dort gebauten neuen Wege durch die schweren Baufahrzeuge nicht gleich wieder zu stark belastet werden. Da für den Bau des Schmalzbrunnenweges ein breiter Konsens bei der Versammlung bestand, wird das Amt für die angestrebte Maßnahme die weiteren erforderlichen Schritte einleiten. Bevor die Planungen beginnen, wird vorweg die Wegetrasse mit den Beteiligten vor Ort festgelegt.

Bürgermeister Georg Köppl wies ebenfalls auf die Notwendigkeit der Waldwege hin. Es wurden schon mehrere Forstwege geplant, letztendlich aber doch nicht umgesetzt. Er appellierte an die Waldbesitzer, die Chance der momentan günstigen Förderung auf jeden Fall zu nützen.
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