Kathrin Lüdtke wirbt für Ausbau, um Wälder im Sauerbachtal wirtschaftlich zu erschließen
Forstwege für Schwerlaster

Katrin Lüdtke. Bild: bgm

In einer Infoveranstaltung warb Katrin Lüdtke, Leiterin des Projekts "Zukunftssichere Wälder" beim Weidener Amt für Ernährung, Landwirtschaft, und Forsten für den Ausbau der Forstwege im Sauerbachtal. Das Gebiet könne nur schwer bewirtschaftet werden und sei daher zunehmend Gefährdungen wie Sturmwurf, Schneebruch oder Borkenkäferbefall ausgesetzt. Von 160 geladenen Waldeigentümern waren rund 100 gekommen.

"Schwerlastbefahrbare Wege erleichterten eine schnelle Kontrolle des Waldes nach Schadens-Ereignissen, ermöglichten eine Zeit- und Kostenersparnis bei der Holzernte durch kürzere Rückewege und führten auch zu einer Wertsteigerung aufgrund der besseren Erschließung." Lüdtke betonte, dass es sich nur um ein Angebot der Forstverwaltung an die Waldeigentümer handle und diese die volle Entscheidungsbefugnis hätten: "Wir hauen nicht den Stempel drauf und müssen das nicht durchdrücken."Der Bau schwerlastbefahrbarer Wege werde derzeit mit bis zu 70 Prozent der Nettobaukosten vom Freistaat bezuschusst.

Die Initiative für das Projekt sei auf Anregung von Waldeigentümern ausgegangen, die sich einen besseren Zugang zu ihren Wäldern wünschten. Holztransporter benötigten eine Mindestbreite von drei und eine Mindesthöhe von vier Metern zur Einfahrt. Die Trassen müssten dafür, insbesondere in den Hanglagen, etwa zehn Meter breit sein. Die Wege würden nicht aus den Grundstücken herausgemessen, sondern verblieben im Besitz der bisherigen Waldeigentümer.

Vier Trassen

Lüdtke präsentierte einen Entwurf mit vier einzelnen Trassen, in die bestehende Rückewege nach Möglichkeit integriert würden. Trasse eins bei Menzlhof verursacht 52 Euro Baukosten je Laufmeter und führt unter Berücksichtigung der staatlichen Förderung zu Kosten für die Waldeigentümer von 634 Euro je Hektar.

Trasse zwei im Bereich Krümmling hat eine Länge von 1240 Laufmetern und bedeutet Kosten in Höhe von 1111 Euro pro Hektar, das entspreche 51 Euro pro Laufmeter. Trasse drei südlich der Sauerbachhütte ist 1872 Laufmeter lang und kostet 691 Euro je Hektar oder 55 Euro pro Laufmeter. Trasse vier im Gebiet Kornhof hat eine Länge von 954 Metern und kostet 1278 Euro je Hektar. Der höhere Betrag ist hier durch das relativ kleine Erschließungsgebiet von lediglich 22 Hektar bedingt.

Die staatliche Förderung fließe nur, wenn sich alle Anlieger am Bau beteiligten. Für die Hinterlieger gelte das zwar nicht, doch sollten sich diese fairnesshalber auch beteiligen, da auch sie von kürzeren Rückewege profitierten, empfahl Lüdtke. Bis zum 16. Mai werde sie die Trassen bändeln und dann auch jederzeit für Waldbegänge und Einzelberatungen mit den betroffenen Eigentümern zur Verfügung stehen.
Bei der Nennung der Baukosten, insbesondere für die etwas kostspieligeren Trassen zwei und vier, ging ein Raunen durch den Saal. "Das ist die beste Investition, die sie machen können", versicherte Forstamtsleiter Gerhard Hösl. Der Wegebau koste etwa zwölf bis 13 Cent je Quadratmeter, führe aber zu Wertsteigerungen von 20, 30 wenn nicht gar 50 Cent auf dieser Fläche. Zudem könnten die Baumaßnahmen durch den erforderlichen Trassenaufhieb und den Bestand an Altholz, der derzeit aufgrund der schlechten Erschließung nicht geerntet werden könne, refinanziert werden. "Ich glaube der Weg wäre schon durch das finanziert, was dort draußen an Totholz herumsteht."

Hösl gab auch zu bedenken, dass die Kinder der jetzigen Eigentümer vielleicht nicht mehr so sehr mit dem Wald verbunden seien. Wenn die Ernte dann von gewerblichen Unternehmen durchgeführt werden müsste, würde es ohne schwerlastbefahrbare Wege teuer. Diese Meinung teilte auch ein Waldeigentümer: "Wir tragen die Verantwortung für unseren Wald, auch gegenüber unseren Kindern."

Neidischer Blick

Wenn nicht alle Trassen gebaut würden, würden die Eigentümer ohne neue Wege hinterher neidisch auf die besser erschlossenen Nachbargrundstücke blicken, sagte Kirchendemenreuths Bürgermeister Franz Schneider. "Ich kann mich an keinen einzigen Weg erinnern, der ausgebaut wurde und hinterher wieder hätte zurückgebaut werden sollen."
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