27.04.2017 - 20:10 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Eine bodenlose Frechheit Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Karlheinz Budnik über Vorwürfe empört

Christine und Hans Götz kämpfen seit 2015 gegen die Stromtrasse. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass der Ostbayernring das Sauberbachtal kreuzt (wir berichteten). Der Unmut der Familie Götz, die seit einigen Jahren das Ausflugslokal im Sauerbachtal gepachtet hat, richtet sich nicht nur gegen die Pläne der Betreiberfirma Tennet, sondern auch gegen Landrat Andreas Meier sowie die Bürgermeister Karlheinz Budnik (Windischeschenbach) und Gerhard Kellner (Kirchendemenreuth).

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Geschickte Schachzüge

Die Wirtsleute werfen den Politikern vor, "durch geschickte Schachzüge" den Trassenverlauf beeinflusst zu haben. Außerdem seien die drei persönlich betroffen. Der Landrat habe sich außerdem als Chef der Unteren Naturschutzbehörde zu wenig für den Erhalt des Sauerbachtals eingesetzt. Worte, die der Windischeschenbacher Bürgermeister Budnik nicht stehen lassen möchte. Er ist sehr verwundert, zu welchen Schlüssen das Ehepaar Götz kommt. "Diese Unterstellung ist eine bodenlose Frechheit", ärgert er sich. "Zumal die jetzige Trassenvariante näher an meinen Wohnort heranrückt, als von uns ursprünglich favorisiert." Die Leitung wird nun bereits bei Wiesau an die A 93 herangeführt und biegt erst auf der Höhe von Klobenreuth Richtung Westen ab. Natürlich könne sich die Familie Götz für das Sauerbachtal einsetzen, "aber uns zu unterstellen, wir würden die Entscheidungen der Regierung der Oberpfalz, einer übergeordneten Behörde, beeinflussen, geht zu weit".

Auch Landrat Meier ist sauer und wollte sich eigentlich nicht mehr dazu äußern. Dennoch möchte er klarstellen, dass er gar keinen persönlichen Vorteil hätte, auf die Trassenführung in irgendeiner Art Einfluss zu nehmen. "Warum also sollte ich Haus und Hof riskieren, eine Straftat und Amtsmissbrauch begehen, nur um etwas zu erreichen, was sowieso passieren wird?"

Meier verweist auf ein Schreiben an Horst Seehofer, in dem er auf das Sauerbachtal als hochsensibles und landschaftlich einzigartiges Gebiet hinweist. Gleichzeitig bittet er den Ministerpräsidenten, sich auch für eine Erdverkabelung des Ostbayernrings einzusetzen, wie es bei der HGÜ-Gleichstromtrasse der Fall sei. "Selbstverständlich sollten dann beide Leitungen in einer gemeinsamen Trasse verlaufen." (Angemerkt)

Warum sollte ich Haus und Hof riskieren, eine Straftat und Amtsmissbrauch begehen, nur um etwas zu erreichen, was sowieso passieren wird?Landrat Andreas Meier
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