11.04.2017 - 15:08 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Lärm- und Erschütterungsgutachten vorgestellt Gutachten: Mehr Lärm an Gleisen

Zwei Gutachten bestätigen es: Die Elektrifizierung der Bahnstrecke bringt mehr Lärm als bisher, aber weniger Erschütterungen als befürchtet.

Die Altenstädter Anwohner an der Bahnlinie müssen wohl im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke mit einer Zunahme des Bahnverkehrs und auch des Bahnlärms rechnen.
von Werner SchmolaProfil

(sm) Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg erhöht sich vor allem das Güterverkehrsaufkommen. Nur bei einem Messpunkt in der Bahnhofstraße überschreiten die Erschütterungen voraussichtlich die Anforderungen, so die Expertise.

Die Gemeinde hatte ein Gutachten zur Lärm- und eines zur Erschütterungssituation in Auftrag gegeben. Untersucht wurden die aktuelle Situation und die Prognose für 2020. Diplomingenieur Alfred Bartl von "abConsultants" aus Altentreswitz bei Vohenstrauß sprach von "einer deutlichen Zunahme vor allem des Güterverkehrsaufkommens", als er die Ergebnisse dem Gemeinderat vorstellte.

"Im unmittelbaren Einflussbereich der Bahnlinie kommt es zu einer deutlich höheren Immissionsbelastung am Tag und auch in der Nacht", sagte Bartl. Ursache sei eine Veränderung der Zugzahlen. Tagsüber käme es fast zu einer Verdoppelung und nachts beinah zu einer Verdreifachung des Aufkommens. Der Effekt der Oberleitung sei zu vernachlässigen. Der Lärme stamme hauptsächlich von den Rollgeräuschen.

"Durch die Verkehrszunahme erhöhen sich die Lärmimmission im gesamten betrachteten Gebiet um rund 5dB(A) am Tag und um zirka 15 dB(A) in der Nacht", fasste der Gutachter seine Ausführungen zusammen. Da für die DB-Netz-AG die Elektrifizierung nicht der Grund für die Zunahme des Verkehrs sei, komme die Verkehrslärmschutzverordnung nicht zur Anwendung. Jedoch würden in Teilbereichen des untersuchten Gebietes auch die Sanierungsgrenzwerte der Richtlinie für die Förderung von Maßnahmen zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes überschritten.

Im Anschluss stellte Bartl noch das Erschütterungs-Gutachten des Büros imb-dynamik aus Herrsching vor. Auch hier wurden aktuelle mit künftig zu erwartenden Daten verglichen. Messungen erfolgten dazu entlang der Bahnlinie am Fichtenweg 61, Fichtenweg 9, Franz-Gleißner-Straße 9, Johann-Meyer-Weg 20 und Bahnhofstraße 4. Außer bei der letzten Messstelle (alter Bahnhof) wurden die Anforderungen eingehalten. Auch bei der Prognose erfüllte nur der letzte Messpunkt in der Bahnhofstraße nicht die Anforderungen.

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