13.03.2018 - 14:10 Uhr
Altenstadt an der Waldnaab

SPD-Landtagsfraktion lobt Helfer bei Sozialempfang Landkreis mit höchster Ehrenamts-Dichte

"Sie sind die Säulen der Gesellschaft, Sie halten das Land zusammen." Die SPD-Landtagsfraktion hat bei einem Empfang in der "Wirtschaft" erneut die Arbeit der Ehrenamtlichen im Landkreis gewürdigt. Der große Saal des Sportheims war voll, obwohl nur wenige Meter weiter in der Neustädter Stadthalle der scheidende Ministerpräsident Horst Seehofer zum Ehrenamtsempfang erwartet wurde. Wie Landtagsabgeordnete Annette Karl als Gastgeberin sagte, hätten sich die Termine unglücklich überschnitten.

Lob für ihre unentgeltlichen Leistungen ernten die Gäste vom stellvertretenden Chef der SPD-Landtagsfraktion, Horst Arnold (rechts). Bild: eig
von Redaktion OnetzProfil

Seehofer haben die Besucher des SPD-Empfangs dann doch nicht verpasst. Und während in Neustadt ein Staatssekretär in Vertretung des Ministerpräsidenten sprach, suchte in Altenstadt der stellvertretende Chef der SPD-Landtagsfraktion, Horst Arnold, zu belegen, dass die bayerische SPD auch nach 61 Jahren Opposition "Geburtshelfer aller guten Politik" im Freistaat sei. Das Zehn-Punkte-Programm des designierten Seehofer-Nachfolgers Markus Söder bestehe zu 60 Prozent aus SPD-Forderungen und -Anträgen, sagte Arnold. Und wenn Sozialministerin Emilia Müller angesichts von 250 000 armen Kindern im Freistaat fordere, keiner dürfe zurückbleiben und abgehängt werden, zeige dies nur, wie sehr die CSU von der SPD abschreibe.

Arnold gab seiner Vorrednerin, der Weidener Stadträtin Sabine Zeidler, recht: Das Ehrenamt sei nicht nur eine Angelegenheit des Einzelnen, sondern eine Sache, die die ganze Familie mittragen müsse. Umso wichtiger sei es, die wenigen Vergünstigungen für Ehrenamtliche nicht mit Bürokratie zu überfrachten. Annette Karl beklagte, dass das Ehrenamt nach wie vor zu wenig wertgeschätzt werde und zur rechten Zeit ein Versagen des Staates kaschieren müsse. Die Tafel-Vereine seien Beispiele dafür. Stolz sei sie darauf, dass der Landkreis die höchste Ehrenamtsdichte im Freistaat habe, sagte sie. Das sei ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Beifall bekam Karl für ihren Kommentar zu einer Aussage des künftigen Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU), wonach man mit Hartz IV habe, was man zum Leben brauche. Karl sagte, Spahn möge bitte vier Wochen lang im Selbstversuch mit dem Hartz-IV-Satz zubringen, dann werde er vermutlich seine "unsägliche Aussage" nicht wiederholen.Das war das beste Beispiel für Engagement und Entbehrungen im Ehrenamt. Noch während Horst Arnold zu den Vertretern von Sozialverbänden, Rettungsdiensten, Gewerkschaften und Selbsthilfegruppen sprach, wurde ein Alarm ausgelöst. Er brachte die alarmierten Helfer um die Brotzeit, die nach den Reden auf den Tisch kam.

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