BDM fordert für den Notfall regulierende Notmaßnahmen
"Zehn vor Zwölf" für die Milchbauern

"Wer als Milchbauer durchgehalten hat, der hat bereits Außergewöhnliches geleistet." Zitat: Karsten Hansen vom BDM

Den Milchbauern geht es um einen Preis, von dem sie leben können. Einen Preis, den der Markt aber nicht bezahlt. Und darum fordern die vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) vertretenen Landwirte regulierende Maßnahmen für den Notfall. Das bekräftigte der wiedergewählte BDM-Kreisvorsitzende Werner Reinl in der Jahreshauptversammlung.

Der kleine Saal in "D'Wirtschaft" war fast voll, als Karsten Hansen, Mitglied des BDM-Bundesvorstands, sagte: "Wir sind keine Pessimisten." Wer bis heute als Milchbauer durchgehalten hat, der habe bereits Außergewöhnliches geleistet. Denn es sei "Zehn vor Zwölf" für Deutschlands Milchbauern. Der Ellenbacher Werner Reinl gab einen Überblick über die Tätigkeit des BDM im Landkreis. Demnach sei der Zusammenschluss inzwischen auf höchster politischer Ebene angekommen. Dementsprechend habe man im vergangenen Jahr einiges bewegt. Das BDM-eigene Label "Die faire Milch" entwickle sich positiv. Es sei ein "Irrsinn", dass Deutschland Soja importiere und damit die kleine Landwirtschaft in Ländern wie Brasilien ruiniere, um gleichzeitig hierzulande Überschüsse zu produzieren, die man nach Afrika exportiere, um auch dort die regionale Landwirtschaft zu zerstören.

Der BDM sei außerordentlich dankbar für den einstimmigen Beschluss des Landtags, wonach in Krisenzeiten eine Reduzierung der Milchmenge notwendig sei. Im vergangenen Jahr sei dieses immer schon vom BDM propagierte Instrument erfolgreich zum Einsatz gekommen.

Auch Hansen bestätigte: "Es geht. Wir können die Milchmenge vorübergehend reduzieren." Entsprechende Hilfe vorausgesetzt, könne jeder Milchviehbetrieb zurückrudern, damit sich der Preis stabilisiere. Das Marktverantwortungsprogramm habe sich bewährt. Ein großes Problem sei der Berg an Milchpulver, den man jedoch keinesfalls in Dritte-Welt-Länder exportieren dürfe, um nicht dort die Probleme zu verstärken. Dieser Berg sei eine politische Entscheidung, für die die Bauern nichts könnten.

Wer als Milchbauer durchgehalten hat, der hat bereits Außergewöhnliches geleistet.Karsten Hansen vom BDM


VorstandswahlKreisvorstand Werner Reinl wurde wiedergewählt. Ihm zur Seite stehen Martin Deubzer (Burkhardsreuth) und Gertraud Mois (Denkenreuth). Im Vorstand sind auch Hubert Meiler (Störnstein), Helmut Ott (Grub), Hans Mois (Denkenreuth), Christian Beutner (Mallersricht), Stefan Lindner (Enzenrieth), Michael Müller (Grünau), Martin Lingl (Moosbach), Franz Hammerl (Etzgersrieth), Norbert Gmeiner (Woppenrieth), Rudi Henfling (Höfen) und Georg Kick (Luhe-Wildenau). Reinl, Deubzer, Ott und Mois sind Landesdelegierte. (eig)
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