Rainer Christoph feiert 70. Geburtstag
Goldene Straße hat sein Leben verändert

"Auf den Spuren Kaiser Karls IV. zwischen Prag und Nürnberg" - mit diesem Beitrag beteiligten sich die Schulen Bärnau und Tachau 1990 an einem Wettbewerb der Körber-Stiftung und gewannen einen Landespreis. So begann Rainer Christophs Erforschung der Goldenen Straße. Heute ist der frühere Rektor stolz, dass aus diesen kleinen Spuren auch das Leuchtturmprojekt "Geschichtspark Bärnau" hervorgegangen ist. Bild: ms
Altenstadt/Weiden. Keiner ist wohl so viel in Tschechien unterwegs wie Rainer Christoph . Schon seit über 25 Jahren erforscht er die Goldene Straße, gründet Schulpartnerschaften, organisiert Zusammenkünfte, Wettbewerbe, Ausstellungen, Lehrerfortbildungen und Studienreisen. Ferner rief er den Förderverein deutsch-tschechische Schulen zwischen Nürnberg und Prag ins Leben. Am Sonntag, 25. Dezember, wird der Neu-Weidener 70 Jahre alt.

Wenn am Donnerstag, 29. Dezember, im Steinstadel in Parkstein "20 Jahre Förderverein Goldene Straße", "700 Jahre Karl IV." und "650 Jahre Goldene Straße" begangen werden, heißt ein weiterer Tagesordnungspunkt auch "70 Jahre Rainer Christoph". Dazu sagte sich auch Prominenz aus dem Nachbarland an.

Landessieg mit Tachau

Geboren in Weiden, aufgewachsen in Bärnau und Tirschenreuth, kann der Rektor a.D. auf einen bewegten Lebensweg zurückblicken. Sein Beruf brachte ihn vom Bayerischen Wald nach Weiden (Albert-Schweitzer- und Rehbühlschule) über Bärnau nach Altenstadt/WN.

"Gerade die Bärnauer Zeit hat mein Leben verändert", verrät der Jubilar. 1990, ein Jahr nach der Grenzöffnung, suchte die Kirchenschule in Tachau Kontakte in Bayern. Als eine der ersten in der Region ging die Bärnauer Schule eine Partnerschaft mit der tschechischen Nachbarstadt ein. Gleichzeitig schrieb die Körber-Stiftung einen Wettbewerb aus. Die Schulen Tachau und Bärnau dokumentierten gemeinsam die damals noch relativ unbekannte Goldene Straße oder Nürnberger beziehungsweise Kaiserstraße, wie sie im Nachbarland heißt, und heimsten den Landespreis ein.

4000 Menschen erreicht

Seitdem ließ den zweifachen Vater die Goldene Straße nicht mehr los. 1993 fädelte er als Rektor in Altenstadt die Schulpartnerschaft mit Kladrau ein. Er verstand es, entlang der Goldenen Straße jeden Schulort zwischen Nürnberg und Prag irgendwie mit in die Aktion einzubinden. 1998 kamen Bildungsstätten in Luxemburg dazu. Ein Höhepunkt war das deutsch-tschechische Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier. Das letzte große Projekt war eine grenzübergreifende Ausstellung zum 700. Geburtstag Karls IV.

Die Verständigung mit Böhmen liegt dem Pädagogen sehr am Herzen. Neben der Einführung von Tschechisch-Kursen an Grund- und Hauptschulen tritt Christoph regelmäßig mit Veranstaltungen zum grenzüberschreitenden Austausch in Erscheinung. Deutsch-tschechische Bucherscheinungen hat er initiiert und für unsere Zeitung interessante Berichte verfasst. Gemeinsam mit dem Maria-Seltmann-Haus in Weiden sowie mit der Volkshochschule Weiden organisiert er seit 1996 Studienreisen ins Nachbarland. 4000 Menschen brachte er so bisher die Tschechische Republik nahe. Eine vorbildliche Aktion war die Sanierung eines historischen Pilgerwegs mit Kreuzwegstationen in Stríbro.

Dieses Engagement honorierte der Bezirk Oberpfalz erst im Oktober mit der Verleihung des Kulturpreises in der Kategorie "Grenzüberschreitende Kulturarbeit". Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Auf den Loorbeeren ausruhen möchte sich Christoph trotzdem nicht. Er will sich weiter für die Verständigung einsetzen.
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