Veranstaltung "Reputationsmanagement" des Wirtschaftsclubs Weiden
Google weiß alles

"Niemand kennt uns so gut wie das Internet", behauptet Holger Weber (links). Der Wirtschaftsclub Weiden hat den Mitbegründer von webhygiene.de zu einem Vortrag eingeladen. Präsidiumsmitglied Franz-Josef Einhäupl (rechts) hieß die überwiegend jungen Zuhörer willkommen. Bild: Irlbacher

Die überwiegend jungen Teilnehmer staunen, denn das, was sie für Science Fiction halten, wird in naher Zukunft Realität. Unter dem Motto "Der gläserne Mensch" steht die Veranstaltung "Reputationsmanagement" des Wirtschaftsclubs Weiden in der Volksbank Altenstadt.

Von Eva-Maria Irlbacher

Präsidiumsmitglied Franz-Josef Einhäupl stimmte die Auszubildende und Ausbilder auf den Vortrag ein. "Im Internet steht nicht die private Person im Vordergrund, sondern das Muster. Damit sind ihr Kaufverhalten und ihre Bedürfnisse gemeint." Das dies nicht übertrieben ist, leuchtete den Zuhörern nach und nach ein.

Der Referent und das Gründungsmitglied des Projekts "Webhygiene", Holger Weber, stellte anfangs verschiedene Google-Projekte vor. Neben bekannten Institutionen wie "Google street view" nannte er "Google glass" oder "Google ienses". Hierbei handelt es sich um Forschungen, die aktuell von dem Internetgiganten durchgeführt werden.

Man versucht eine Brille beziehungsweise Kontaktlinsen zu produzieren, die einem automatisch zeigen, wo die nächste U-Bahn-Station liegt oder mit denen man Videos aus der eigenen Sichtweise nur durch Blinzeln aufnehmen kann. Auch dass sich verschiedene Shopping-Websites untereinander über Größe, Einkommen, Ess- und Kaufverhalten ihrer Kunden austauschen, war vielen nicht bewusst.

Bestellungen über Amazon können heutzutage nicht mehr weggedacht werden. Mittlerweile gibt es neben der sogenannten "Amazon-Alexa", die virtuell mit einem spricht und jedes Produkt über den Onlinegiganten bestellen kann, "Dash-Knöpfe". Darunter kann man sich kleine Geräte mit einem bestimmten Produktlogo und mit einem Knopf versehen vorstellen. Sobald man auf den Knopf drückt, wird einem das voreingestellte Produkt am nächsten Tag nach Hause geliefert.

Google sammelt präzise Informationen. Was der Einzelne wann und wie viel von einer Sache benötigt. Dadurch wird die Werbung, die uns Facebook, Instagram und Co schicken, personalisiert. "Denn niemand kennt uns so gut wie das Internet", gab Weber zu bedenken.

Aufpassen sollte man auch mit Bildern, die man online stellt. Häufig würden von WhatsApp oder anderen Social-.Media-Kanälen private Daten geklaut und anderweitig im Netz veröffentlicht und missbraucht. Das könne auch bei der Jobsuche oder der Weiterbildung hinderlich sein. Es sei ein offenes Geheimnis, dass Personalabteilungen gerne vor einem Gespräch die Onlineauftritte der Bewerber untersuchen. Als "Schutzwerkzeug" stellte Weber verschiedene Add-Ons für den Internetbrowser vor.

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Weitere Informationen:

www. webhygiene.de
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